Nachhaltig und gesund leben – was für den Einzelnen gut funktionieren kann, ist bei zehn Milliarden Menschen, die 2050 auf der Erde leben werden, eine Herausforderung. Die internationale EAT-Lancet Kommission hat deshalb erarbeitet, wie nachhaltige Ernährung global aussehen sollte.

Das essen die Deutschen heute

Nur die Wenigsten haben sich schon einmal überlegt, wie ihr persönlicher Speiseplan aussieht. Natürlich, der ist bei jedem individuell anders. Aber ein paar Eckdaten über den durchschnittlichen Verbrauch an Lebensmitteln in Deutschland gibt es. Laut dem Statistischen Bundesamt verzehrt jeder Bundesbürger im Schnitt zum Beispiel 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr, also etwa 165 Gramm pro Tag. Dazu kommen rund 52 Liter Milch sowie 24,4 Kilogramm Käse, 16,7 Kilogramm Joghurt und sechs Kilogramm Butter. Das sind pro Tag 0,14 Liter Milch und 130 Gramm Milchprodukte.

Treibhausgase durch Tierhaltung

Das mag zunächst nach nicht so viel klingen, doch wenn zehn Milliarden Menschen so leben, ist mehr als fraglich, ob dafür die Ressourcen des Planeten ausreichen und ob dies mit dem Ziel, den Klimawandel aufzuhalten, vereinbar wäre. Beispiel Tierhaltung: Laut dem Umweltbundesamt stammten im Jahr 2016 etwa 59 Prozent der Methan-Emissionen aus der Landwirtschaft, wobei dieses Treibhausgas 30 bis 40 Mal schädlicher ist als Kohlendioxid. Und es entsteht bei dem Verdauungsvorgang von Wiederkäuern, womit eben auch Rinder und Kühe einen Beitrag zur Erderwärmung leisten.

Ein Plan für die Ernährung von 10 Millarden Menschen

Die Frage ist deshalb, wie sich zehn Milliarden Menschen, die nach Schätzung der Vereinten Nationen im Jahr 2050 auf der Erde leben werden, gesund und zugleich nachhaltig ernähren können. In den vergangenen Jahren hat sich die aus 37 Experten aus 16 Ländern bestehende EAT-Lancet-Kommission damit beschäftigt, einen Plan zu erstellen, wie eine für den Planeten nachhaltige Nahrungsmittelproduktion und eine gesunde Ernährungsweise für die gesamte Weltbevölkerung aussehen kann.

Weltspeiseplan: Nur noch 2.500 Kalorien pro Tag

Der so erarbeitete Speiseplan erlaubt jedem 2.500 Kilokalorien am Tag. Das entspricht in etwa dem, was Gesundheitsexperten empfehlen. Männer, die sich weniger als 30 Minuten am Tag bewegen, sollten zwischen 2.100 und 2.500 Kilokalorien zu sich nehmen, bei Frauen sind es 1.800 bis 2.000 Kilokalorien. Nur wer viel Sport treibt oder sich viel bewegt und entsprechend Kalorien verbrennt, darf auch mehr aufnehmen. Für viele bedeuten diese Werte allerdings eine erhebliche Einschränkung. Laut der FAO, der Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen, liegt die tägliche Kalorienaufnahme eines Mannes in den meisten westlichen Volkswirtschaften bei etwa 3.400 Kilokalorien oder darüber.

Ernährungsziel: Weniger Fleisch, Fisch, Milch und Eier

Ferner schlägt die Kommission generell vor, den weltweiten Verbrauch von rotem Fleisch und Zucker zu halbieren und dafür den Konsum von Nüssen, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten zu verdoppeln. Dabei sollen 35 Prozent des täglichen Kalorienbedarfs über Getreide und Knollengewächse aufgenommen werden. Dagegen empfiehlt der EAT-Lancet-Speiseplan, dass jeder Mensch nur noch rund 14 Gramm rotes Fleisch, 29 Gramm Geflügelfleisch, 28 Gramm Fisch und 13 Gramm Ei im Schnitt pro Tag zu sich nimmt. Dazu dürfen rund 250 Gramm Milchprodukte täglich kommen – nicht viel weniger als das, was wir aktuell hierzulande konsumieren.

Nachhaltige Ernährung: Mehr Nüsse, Obst und Gemüse

Zucker wird auf rund 31 Gramm pro Tag beschränkt, dafür kommen 300 Gramm Gemüse und 200 Gramm Obst auf den Tisch, ebenso wie 232 Gramm Getreide und viele Knollengewächse, Nüsse und Hülsenfrüchte. Ob die weltweite Umsetzung eines solchen Plans realistisch ist, ist mehr als fraglich. Aber es kann für den einen oder anderen durchaus ein Anstoß sein, seine Ernährungsgewohnheiten zu überdenken. Schließlich kann so jeder einen Beitrag gegen den Klimawandel und gleichzeitig für eine gesündere Ernährung leisten.

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