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Der September war an den Kapitalmärkten ein durchwachsener Monat. Der chinesische Immobilienkonzern Evergrande sorgte mit seiner Überschuldung für kurzzeitige Schockwellen. Krisenhafte Symptome zeigten sich an den Aktienmärkten, in China insbesondere. Die Notenbank-Sitzungen verbesserten die Stimmung nicht. Die EZB vertagte wichtige Entscheidungen wie jene über den Fortbestand des Pandemie-Kaufprogramms auf Dezember. Die amerikanische Notenbank will die Pläne zur Reduktion ihres Kaufprogramms („Tapering“) von 120 Mrd. USD monatlich im November bekannt geben. Das Tapering soll Mitte 2022 beendet sein und es könnte sein, dass die erste Zinserhöhung noch im nächsten Jahr erfolgt. Andere Notenbanken sind da schon weiter: Die Norges Bank, die Notenbank Norwegens, hob ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,25 % an. Auch einige Schwellenländer setzten ihre Leitzinsen herauf.

Portrait Burkhard Allgeier Chief Investment Officer
Burkhard Allgeier
Chief Investment Officer von Hauck & Aufhäuser | Geschäftsführer von H&A Global Investment Management
01.10.2021

Die Normalisierung der Geldpolitik hat also begonnen. Die Auswirkungen waren zu spüren. Die Renditen sind über das Laufzeitenspektrum hinweg angestiegen. Die Aktienmärkte erlitten Verluste. Die Situation kann noch etwas länger ungemütlich bleiben. Steigende Öl- und zuletzt auch Gaspreise schoben die Inflationserwartungen nach oben, die Renditen folgten. Dieser Preisdruck kann anhalten. Das wiederum träfe dann die zinssensitiven Wachstumsaktien mit am stärksten. Aktien- und Rentenmärkte scheinen also in einer Art Schicksalsgemeinschaft zu stehen. Was zusätzlich belastend wirken könnte, sind zarte Anzeichen – und damit verbunden häufige Nennungen in Medien und in ökonomischen Analysen – von stagflationären Tendenzen.  Noch ist nicht klar, ob dieses Narrativ den „Reflation Trade“ ablöst. In der Tat mehren sich die Hinweise auf eine sich abschwächende Konjunktur in China und in den USA; dort lässt der Fiskalimpuls rapide nach. Zugleich muss in den USA – wieder einmal – die Schuldenobergrenze angehoben werden: Es könnte ein „last minute deal“ werden.

Nicht zuletzt aufgrund solcher Konstellationen haben wir zu Beginn des Monats die Aktienquote abgesenkt, auf 90 % der neutralen Gewichtung. Im Aktienportfolio fand neben der geschilderten Absenkung der Quote ein Ersatz der passiven Investmentfonds durch Einzelwerte statt, die gemäß unserem Ansatz sowohl Qualität, aber auch aufgrund der Kursbewegungen neues Kurspotenzial eröffnen. Hierzu gehören Aktien wie der französische Industriekonzern Safran sowie der Luxusgüterhersteller LVMH. Rein aus Bewertungsgründen wurde die Lufthansa gekauft – hier gefällt uns insbesondere das Frachtgeschäft, welches aufgrund von Bottlenecks im Seefrachtbereich ein Rekordergebnis in 2021 ausweisen wird. Die Aktien von Euronext (europäischer Börsenbetreiber) und Diageo (globaler Getränkeproduzent) wurden aus Gründen der Gewinnrealisierung veräußert, sie lieferten jeweils rund 30 Basispunkte an Performancebeitrag. Das half aber nicht, um negative Beiträge anderer Werte aus dem Bereich Grundstoffe (Agnico, First Quantum, Wheaton Precious Metal) oder dem unter regulatorischem Druck stehenden Wert Alibaba auszugleichen.

Im Rentenportfolio wurde zu Beginn des Monats – vor dem Hintergrund der Entwicklung an den Rentenmärkten etwas zu früh -, die Gewichtung in gut 20-jährigen italienischen Staatsanleihen erhöht. Im Verlaufe des Monats fand dann ein Tausch des mit inflationsgeschützten Staatsanleihen aus der Eurozone bestückten ETFs in ein mit konventionellen Staatsanleihen und Unternehmensanleihen gebildetes ETF statt.

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