Kommt die Jahresendrally? Derzeit spricht einiges dafür. Die Aktienmärkte klettern immer weiter. In den USA wurden in den letzten Wochen des Novembers beinahe im Tagestakt neue Höchststände markiert. Der Dax trat zwar zuletzt etwas auf der Stelle, der Index ist jedoch auch nur noch 300 Punkte vom Allzeithoch aus dem Vorjahr entfernt.

Portrait Burkhard Allgeier Chief Investment Officer
Burkhard Allgeier
Chief Investment Officer und Head of Strategy & Research
29.11.2019

Sektoral setzte sich der Trend der Outperformance von zyklischen gegenüber defensiven Unternehmen an den Börsen vor allem zu Monatsanfang fort. Fundamental lassen sich diese Aktienmarktbewegungen durchaus rechtfertigen. Die zarte Erholung in den ökonomischen Vorlaufindikatoren setzte sich genauso fort wie der Anstieg in den Analystenerwartungen hinsichtlich der Unternehmensgewinne für die kommenden 12 Monate.

Der Ifo-Index signalisierte im November eine leichte Erholung für die deutsche Volkswirtschaft, die wider Erwarten im dritten Quartal wuchs und nicht in eine (technische) Rezession fiel. Auch politisch gab es im November Rückenwind für die Aktienmärkte. Der sino-amerikanische Handelskonflikt scheint sich auf eine Klärung hinzubewegen; die Aussagen beider Konfliktparteien bleiben jedoch mit Unsicherheit behaftet. Auch andere Risikoassets gewannen im November. Kreditrisikoaufschläge engten sich ein, vor allem hochverzinsliche Unternehmensanleihen profitierten. Die Renditen von Benchmark-Anleihen wie die von US-Treasuries oder deutschen Bundesanleihen gaben zuletzt wieder leicht nach. Notenbanksitzungen gab es im November keine, die EZB reaktivierte allerdings zum Monatsanfang ihr Anleiheankaufprogramm. Sie kauft nun wieder Unternehmens- und Staatsanleihen im monatlichen Volumen von EUR 20 Mrd. und lässt so nach knapp einem Jahr Pause ihre Bilanz weiter anwachsen. Die Liquiditätsschwemme geht in eine nächste Runde.

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