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Die Renditen sind im Juli gesunken; die Aktien sind mehrheitlich nicht oder nur noch wenig gestiegen. So richtig entsprachen diese Entwicklungen freilich nicht der Konsensmeinung, sah sie doch sowohl die Aktienmärkte weiter klettern als auch die Zinsen steigen. Vereinzelt behindern Lieferengpässe die Produktion und die Konsumenten blicken in einigen Ländern inzwischen nicht mehr so optimistisch in die Zukunft. In China zieht die Regierung zugleich die Regulierungsschrauben für die dortigen Technologieunternehmen deutlich an, entsprechend scharf fallen die Kurskorrekturen am chinesischen Markt aus. Alles in allem gelangt also etwas Sand in das Getriebe der Aktienmarktmotoren. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Aktienübergewichtung Mitte des Monats zurückgenommen. Aktuell liegen die Aktiengewichtungen auf den strategischen Neutralquoten.

Portrait Burkhard Allgeier Chief Investment Officer
Burkhard Allgeier
Chief Investment Officer von Hauck & Aufhäuser | Geschäftsführer von H&A Global Investment Management
01.08.2021

Für die weitere Tendenz auf den Aktienmärkten dürfte die laufende Gewinnberichterstattung für das 2. Quartal 2021 (Earnings-Season) wichtig werden. Diese entwickelt sich vor allem in den USA sehr stark. Viele Unternehmen, die bis Ende Juli berichtet haben, konnten die bereits hohen Gewinnerwartungen im Mittel um 20 % übertreffen. Eine ähnliche Dynamik bei Umsatz- und Gewinnentwicklung zeigt sich in Europa. Gute Zahlen für das abgelaufene Quartal reichen aber oft nicht mehr aus, um die Kurse zu steigern. Daher blicken wir bei möglichen Neuengagements am Aktienmarkt zum einen auf solche Unternehmen, die die Profitmargen steigern können; im Industriesektor war dies zum Beispiel selten der Fall, die Kosteninflation bei Vorprodukten schlägt dort durch. Zum anderen könnten Firmen, die Aktienrückkäufe in Aussicht stellen, ihren eigenen Notierungen als auch dem Gesamtmarkt neuen Schub verleihen. In einem reifen Markt wird Selektion der „richtigen“ Werte für uns immer wichtiger.

Unserem Rentenportfolio kam der Renditerückgang zugute. Langlaufende Staatsanleihen entwickelten sich erfreulich. Ähnliches galt für inflationsgeschützte Anleihen (Inflation Linker), denn der Realzins fiel und die Inflationserwartungen schoben sich leicht nach oben. Wir erhöhten unser Exposure in der EWU-Peripherie etwas, und nahmen aus Gründen der Portfoliodiversifikation einen passiven Indexfonds mit japanischen Staatsanleihen und in Yen denominiert in die Portfolien auf. Der Linker-Anteil wurde nach ansehnlichen Gewinnen maßvoll reduziert.

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