Die globalen Aktienmärkte schlossen den letzten Monat des Jahres 2019 freundlich ab. Entspannungssignale im transatlantischen Handelsstreit, mehr konjunkturelle Zuversicht und die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Brexit-Dramas verliehen den Aktienbörsen einigen Rückenwind. Wichtige Notenbanken wie die EZB und die amerikanische Zentralbank tagten zwar auch, hielten sich aber bedeckt und sahen keine Notwendigkeit, neue geldpolitische Impulse auszusenden.

Portrait Burkhard Allgeier Chief Investment Officer
Burkhard Allgeier
Chief Investment Officer von Hauck & Aufhäuser | Geschäftsführer von H&A Global Investment Management
07.01.2020

Somit ging ein überaus erfolgreiches Jahr an den internationalen Kapitalmärkten zu Ende. Auch im Dezember legten die Aktienmärkte alles in allem nochmals etwas zu. Der deutsche Aktienindex (DAX 30) brachte es auf Jahressicht gesehen auf ein Plus von rund 26%, der amerikanische Leitindex (S&P 500) auf knapp 31%. Das ist insofern erstaunlich, da die tatsächlichen Gewinn- und Umsatzzuwächse vieler Unternehmen eher bescheiden ausgefallen sind. Erneut war die Streuung innerhalb der Indizes beträchtlich: Zwischen dem besten (MTU) und schlechtesten Wert (Wirecard) im DAX beispielsweise lagen satte 80 Prozentpunkte.

Doch auch die Anleihemärkte konnten das Jahr 2019 mit einem respektablen Wertzuwachs beenden, wenngleich sowohl im Schlussquartal 2019 insgesamt als auch im Dezember mit rund -0,3% leichte Verluste die Oberhand hatten. Der Rentenmarkt der Eurozone (gemessen anhand des Barclays Euro Aggregate Bond Index) lieferte im Gesamtjahr aber gut 6% an Performance. Denn im Jahresverlauf gaben die Renditen weiter nach. Außerdem hielt die Suche nach Rendite unvermindert an und sorgte dafür, dass sich die Renditeaufschläge für Unternehmensanleihen vielfach weiter einengen konnten.

Der beschriebene Rückenwind dürfte den Kapitalmärkten zu Beginn des neuen Jahres erhalten bleiben. Die Aktienmärkte stehen gleichwohl unter der zunehmenden Erwartungshaltung, dass die mageren Gewinnzuwächse des Jahres 2019 sich in ansehnlichere Steigerungen wandeln müssen – tritt dies nicht ein, sind Enttäuschungen und Kursrückgänge wohl nicht zu vermeiden. Das Erwirtschaften von Erträgen auf den Rentenmärkten bleibt herausfordernd. Eine „buy and hold“-Strategie bei Bundesanleihen etwa liefert mehrheitlich (auf Endfälligkeit gesehen) leichte Verluste. Folglich bleibt als Ausweg nur, nach Risikoprämien Ausschau zu halten und zu vereinnahmen. Das können Engagements in Anleihen mit längerer Laufzeit, in Unternehmens- oder Fremdwährungsanleihen sein – welcher Weg auch immer gewählt wird, er ist naturgemäß mit zusätzlichen Risiken verbunden.

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