• Der August begann turbulent, zum Monatsende konnten sich die Aktienmärkte aber wieder stabilisieren.

  • Der Trend der global abschwächenden Konjunktur setzte sich fort – insbesondere auch in Deutschland.

  • Die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen erreichten ein neues Allzeittief, während sie sich in den USA noch knapp über ihrem historischen Tief aus dem Jahr 2016 bewegen.

Portrait Burkhard Allgeier Chief Investment Officer
Burkhard Allgeier
Chief Investment Officer und Head of Strategy & Research
30.08.2019

Nur wenige Tage nach der Ankündigung neuer Strafzölle auf chinesische Importgüter durch US-Präsident Trump ließ die chinesische Administration den Renminbi zum US-Dollar auf über 7 USD/CNY abwerten. Das wurde kurzerhand als Währungsmanipulation von Trump deklariert, um so die Strafzölle zu umgehen. Die Aktienmärkte sowie die Renditen von US-Treasuries und deutschen Bundesanleihen fielen daraufhin. Der Goldpreis markierte neue Hochs, in Euro denominiert stieg der Preis je Feinunze sogar auf einen Rekordstand.

Der US-Dollar hingegen gab kurzfristig nach und wurde nicht wie sonst in Krisenszenarien  üblich stärker nachgefragt.

Nach der anfänglichen Durstrecke konnten sich die Aktienmärkte zum Monatsende aber wieder stabilisieren und bewegten sich auf Monatssicht gesehen eher im Seitwärtstrend. Größere Impulse seitens Makro- und Unternehmensdaten blieben im August aus. Der Trend der global abschwächenden Konjunktur setzte sich fort – insbesondere auch in Deutschland. Das ifo-Geschäftsklima ging erneut zurück, neben dem Verarbeitenden Gewerbe gaben auch die Teilkomponenten Handel und Dienstleistung deutlich nach. Eine technische Rezession – zwei aufeinanderfolgende Quartale mit rückläufigem Wirtschaftswachstum – wird damit in Deutschland immer wahrscheinlicher, nachdem das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal bereits zurückging.

Die Notenbanken tagen erst wieder im September. In dem im August veröffentlichten Bericht über die letzte EZB-Sitzung im Juli sickerte jedoch bereits jetzt schon durch, dass die Zentralbank ein umfassendes Lockerungspaket für die kommende Sitzung plant. Die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen erreichten im August mit unter -0,72% ein neues Allzeittief, während sie in den USA sich noch knapp über ihrem historischen Tief aus dem Jahr 2016 bewegen. Der Weg für US-Treasuries unter die Marke von 1,35% ist jedoch beim aktuellen Niveau von rund 1,50% nicht mehr weit. Hoffnung verbreitete das G7-Treffen in Biarritz. Präsident Trump kündigte an, dass die Verhandlungen sowohl mit China als auch mit dem Iran wieder aufgenommen werden.

Artikel teilen