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Der August war auf den Kapitalmärkten mehr oder weniger ein Monat der Stagnation. Erst gegen Ende des Monats schoben sich die Aktienmärkte wieder etwas nach oben; die Renditen bewegten sich hingegen kaum.

Die Gewinnberichtssaison war zwar ausgesprochen gut, brachte die Aktienmärkte aber nicht wirklich weiter nach oben. Das mag daran gelegen haben, dass sich Einflussfaktoren gegenüberstanden, die sich in ihrer Wirkung eliminiert haben. Die starken Gewinnsteigerungen – plus 90 % für den S&P 500 im 2. Quartal gegenüber dem Vorjahr – verblassten an den Aktienmärkten vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Konjunkturdaten diesseits wie jenseits des Atlantiks durchwachsener werden. Der Ifo Geschäftsklimaindex sank im August zum zweiten Mal in Folge.

Die Rentenmärkte waren weniger mit Inflationssorgen beschäftigt – die sich beginnen zurück zu bilden –, sondern mehr mit der amerikanischen Notenbank (Fed) und ihrer Absicht, die monatlichen Wertpapierkäufe von 120 Mrd. USD schon bald zu verringern. Weniger geldpolitischer Stimulus kann für sich genommen für Aktien- wie für Rentenmärkte zum Gegenwind werden.

Aber: die amerikanischen Geldpolitiker gaben auf ihrer Notenbankkonferenz Ende August auch zu verstehen, dass die Latte für Zinserhöhungen, die wohl ohnehin nur gering ausfallen, sehr hoch liegt. Das hat Ende des Monats für einen Schlussspurt auf den Aktienmärkten gesorgt. Schließlich wurde das Sentiment durch die regulatorischen Maßnahmen der chinesischen Regierung getrübt; diese zielen insbesondere auf die bedeutenden Technologie-Werte und deren Geschäftsgebaren ab.

Unsere neutrale Aktienallokation verbunden mit der taktischen Möglichkeit von leichten (zehnprozentigen) Über- oder Untergewichten ist der aktuellen Marktlage angemessen. Wie schon im letzten Monat erwähnt, scheint die Titelselektion mehr und mehr zum Erfolgsfaktor zu werden. Unsere Engagements in NovoNordisk, Blackrock, Microsoft oder Schneider Electric beispielsweise lieferten im August ansehnliche Performancebeiträge. Werte aus dem Rohstoffbereich und eben Alibaba nagten daran; erstere sind konjunktursensibel, der letztgenannte Wert wurde zum Politikum. Im Aktienportfolio wurde NovoNordisk nach starken Gewinnen in der Gewichtung reduziert, Rio Tinto nach längerem Seitwärtstrend komplett abgestoßen. Die Erlöse aus den Verkäufen flossen in das MSCI Europa-ETF. Auch nach diesen Transaktionen bleibt Europa als auch Asien im Aktienportfolio zugunsten des US-Marktes untergewichtet.

Im Rentenportfolio gab es angesichts der geschilderten, geringen Veränderungen an den Anleihemärkten kein Anlass zu Positionsanpassungen. Erfreulich war die Entwicklung der 30-jährigen Staatsanleihe Litauens; sie konnte im Monatsverlauf gut 2,5 Prozentpunkte zulegen.

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