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Sell in May and go away“, diese Börsenweisheit – sofern sie denn eine ist – hätte in diesem Jahr nichts eingebracht. Die Aktienmärkte stiegen vielmehr, so auch im August, den nunmehr fünften Monat in Folge. Die amerikanischen Märkte sind ohnehin auf Rekordkurs, aber auch in Europa bahnt sich womöglich Ähnliches an. Der deutsche Aktienindex DAX beendete den August mit über 13.000 Punkten. Viel fehlt also nicht mehr, um das Hoch von 13.800 vom Februar dieses Jahres zu übertreffen. Die Renditen bewegten sich etwas nach oben, insbesondere gegen Ende des Monats.

Portrait Burkhard Allgeier Chief Investment Officer
Burkhard Allgeier
Chief Investment Officer von Hauck & Aufhäuser | Geschäftsführer von H&A Global Investment Management
31.08.2020

Auslöser waren Äußerungen des US-Notenbankpräsidenten, wonach die Fed ihr Inflationsziel von rund 2 % künftig über einen längeren Zeitraum hinweg erreichen will. Dieser Ansatz („average inflation targeting“) erlaubt mehr Flexibilität und auch ein Überschießen der realisierten Inflation über das formulierte Ziel hinaus. Ob diese höhere Inflationstoleranz der amerikanischen Gelpolitiker zu nennenswerten Neubewertungen auf Aktien-, Renten- und Währungsmärkten führen wird, wird sich aber vermutlich erst dann zeigen können, wenn die noch immer niedrigen Teuerungsraten merklich und tatsächlich über die 2 % hinausgehen.

Der Prozess der wirtschaftlichen Genesung setzte sich im August weiter fort. Der ifo Geschäftsklimaindex verbesserte sich im August mittlerweile zum vierten Mal in Folge. Auch in globaler Hinsicht erholt sich die wirtschaftliche Aktivität weiter. Die Auswirkungen waren an den Aktienmärkten zu spüren, nicht zuletzt konnten zyklische Sektoren im August davon profitieren. An den Unternehmensanleihemärkten blieben die Renditeaufschläge im Schnitt stabil. Der Neuemissionsmarkt zeigte wenig Aktivität. An den Währungsmärkten setzten sich die Trends der letzten Wochen fort. Der US-Dollar schwankte um 1,19 EUR/USD, die zuletzt unter Abwertungsdruck leidenden Währungen zahlreicher Schwellenländer konnten sich zumindest stabilisieren. Dasselbe galt für Gold, dessen Preis sich nach dem kurzzeitigen Überwinden der 2.000er-Marke nun bei etwas über 1.900 Dollar je Unze eingependelt hat.

Asset Allocation

Für unsere Asset Allocation ergab sich kein nennenswerter Änderungsbedarf. Mit einer neutralen Aktienquote insgesamt und regionaler Akzentsetzung (leichte Übergewichtung in Europa, leichte Untergewichtung in USA) sollte eine gute Ausgangsbasis für den Rest des Jahres gegeben sein. Vor allem dann, wenn die wirtschaftliche Erholung voranschreitet – das sollte Europas Aktienmärkten deutlichen Rückenwind verschaffen.

Transaktionen

Auf der Aktienseite wurde die eher enttäuschende Entwicklung von Altria zum Anlass genommen, diesen Wert komplett in einen passiven Investmentfonds (ETF) mit Qualitätsaktien aus der Eurozone zu tauschen.

Im Rentenbereich wurde ein negativ rentierender Pfandbrief gegen eine US-Staatsanleihe mittlerer Laufzeit getauscht – auch in der Hoffnung auf leichte Währungsgewinne. Ferner wurde eine Laufzeitverlängerung bei italienischen Staatsanleihen vorgenommen.

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