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Zentralbanken verabschieden Maßnahmenpakete, um die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus einzudämmen. Genauso wie beim Coronavirus selbst, brauchen auch die Aktienmärkte Zeit, um sich zu erholen.


 

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hat am Sonntag eine Serie von Maßnahmen kommuniziert – die Märzsitzung des Offenmarktausschusses wurde im Gegenzug abgesagt. Das Maßnahmenpaket zielt darauf ab, Banken die Unterstützung von klein- und mittelständischen Unternehmen durch Kredite zu erleichtern. Diese Maßnahme war überfällig, auch wenn sie nicht so weitreichend ausgestaltet ist, wie die der Europäischen Zentralbank (EZB) oder die der britischen Notenbank (BoE). Ferner startet die Fed ein quantitatives Anleiherückkaufprogramm und international wird USD-Liquidität bereitgestellt. Abschließend wurde der Leitzins mit 0,25 % auf quasi Null reduziert. Das macht aktuell keinen großen Unterschied, wird aber umso wichtiger sein, wenn die Konjunktur nach der Coronavirus-Situation wieder anspringen wird.

Die Maßnahmenpakete der Notenbanken sind alle sehr wichtig, da Finanzmärkte funktionieren müssen, um die fiskalpolitische Maßnahmen der Staaten zu finanzieren. Diese Maßnahmen werden aber kurzfristig keine Wirkung entfalten. Dies lässt sich auch anhand der weiterhin negativen Marktentwicklungen ablesen. Das Ziel der Gesundheitsbehörden ist es, durch Quarantänemaßnahmen eine schnelle Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. Allerdings verhindert der Lockdown in den Ländern eine kurzfristige Stimulierung der Wirtschaft.

Das Virus hat einen Nachfrageschock verursacht, da einige Konsumenten nicht das Haus verlassen können oder wollen und so weniger Geld ausgeben. Nichtsdestotrotz findet Konsum weiterhin statt – bspw. online oder in der Versorgungs- und Wohnungswirtschaft.

Die große Herausforderung wird sein, dass Unternehmen Liquiditätsengpässe bekommen können, da sie aufgrund gesunkener Nachfrage Umsatzeinbrüche erleiden. Infolgedessen würden „gute“ Unternehmen schließen und Beschäftige ihre Arbeit verlieren. Dies kann zu einem zweiten, längerfristigen Nachfrageschock nach dem Coronavirus führen. Daher sind die Maßnahmen, die darauf abzielen, Unternehmen Überbrückungskredite zu ermöglichen, ein essentielles Element in den Hilfspaketen.

POSITIONIERUNG H&A

Die Aktionen der Fed, z. B. die Zinssenkung sowie ein umfangreiches Wertpapierkaufprogramm am Sonntagabend (15. März) konnten die Aktienmärkte jedoch zur Eröffnung nicht beruhigen. Der Ausverkauf setzte sich in Asien und auch in Europa fort. Der DAX fiel im Tief auf knapp über 8.400 Punkte – damit nahe dem Tief vom Oktober 2014.

Wie erklärt sich dieser neuerliche Kurseinbruch? Zwei Dinge spielen hier eine wichtige Rolle: zum einen das hohe Maß an Unsicherheit und damit die Frage, wie hoch der wirtschaftliche Schaden letzten Endes sein wird, und zum anderen das sich selbst verstärkende Verhalten der Anleger. Irgendwann (vielleicht schon heute?) riecht es nach Kapitulation, Reißleinen werden gezogen, um Verluste nicht weiter anwachsen zu lassen. Viele Anleger müssen es tun, um vorab definierte Wertuntergrenzen oder Risikobudgets nicht zu verletzen. Angesichts dessen mögen die Risiken noch immer nach unten gerichtet sein. Das     bedeutet aber nicht, dass der regelrechte Ausverkauf an den Aktienmärkten wirklich angemessen ist. Er wäre es dann, wenn man unterstellen würde, dass aufgrund der Pandemie der Wert der Produktionskapazitäten und das Gewinnniveau in den Industriestaaten um 30 oder 40 % abgesunken ist.   Solche Bewertungen erscheinen nach heutigem Kenntnisstand auf Dauer fundamental nicht gerechtfertigt zu sein. Die Erfahrung aus früheren Krisen lehrt aber auch, dass extrem nervöse Kapitalmärkte gewisse Zeit brauchen, um sich wieder an längerfristigen Bewertungsmodellen und Überlegungen zu orientieren.

Diese Zeit sollte genutzt werden, um die Selektionsaufgaben zu erledigen: Welche Unternehmen werden nach Abflauen der Krise durchstarten   können, wo liegen Geschäftsmodell- und Gewinnperspektiven in krassem Missverhältnis zur gegenwärtigen Aktienmarktbewertung?

Angespannte Märkte haben auch eine andere  Seite. Sie neigen gelegentlich aus dem Stand heraus zu massiven Kurssprüngen – so wie Ende letzter Woche. An steigenden Märkten nicht zu partizipieren ist genau so schmerzlich wie im umgekehrten Falle. Daher ist unsere Aktienquote nach Zukäufen in der letzten Woche auf neutralem Niveau (in Relation zur Benchmark). Unseres Erachtens rechtfertigt das aktuelle Marktniveau diese Haltung.

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