Montag, 23. September 2019, 09:00 Uhr

Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
Ihr Aktienhandel von Hauck & Aufhäuser.

Eröffnungen
DAX-Eröffnung 12.432,30
EuroStoxx50-Eröffnung 3.565,96
Financial Markets
DAX 12.468,01 (+0,08%)
MDAX 25.897,30 (-0,75%)
TecDAX 2.868,59 (-0,88%)
EuroStoxx50 3.571,39 (+0,53%)
Dow Jones 26.935,07 (-0,59%)
Nasdaq 100 7.823,55 (-0,99%)
Nikkei 22.079,00 (+0,16%)
EUR/USD 1,1020  
Gold in $ 1.513,60  
Oil (Brent) in $ 64,55  
DAX Tops:
Merck 105,55 (+3,13%)
RWE 28,19 (+2,92%)
Dt. Telekom 15,37 (+0,85%)
DAX Flops:
Infineon 17,42 (-3,67%)
Continental 118,38 (-3,24%)
Fresenius 44,34 (-2,14%)

Märkte

Deutschland – Trotz großen Verfall nichts los

Der Dax hat am Hexensabbat seine jüngsten Gewinne nur minimal ausgebaut. Der deutsche Leitindex schloss am Freitag 0,08% höher bei 12.468,01 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich damit eine Nullnummer. Der MDax ging derweil am Freitag 0,75% tiefer bei 25.897,30 Punkten ins Wochenende. Am Mittag waren an der Derivatebörse Eurex Terminkontrakte auf die großen Aktienindizes ausgelaufen, wie die auf den Dax und den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50. Vor diesem auch großer Verfall genannten Termin versuchen Anleger, die Kurse in die für sie vorteilhafte Richtung zu bewegen. Das führt in der Regel im Verlauf zu erratischen, fundamental nicht zu erklärenden Bewegungen. In der Spitze war der Dax bis auf 12.490 Punkte gestiegen.

Das Paket der schwarz-roten Koalition für mehr Klimaschutz soll ein Gesamtvolumen von mehr als 50 Mrd. € haben. Im Nebenwerte-Index SDax zogen die Aktien von Nordex um 7% an, nachdem sie bereits am Vortag ähnlich stark gewonnen hatten. "Kanzlerin Angela Merkel will einen starken Ausbau der Windkraft- und Solarenergie", sagte ein Händler. Unter dem Einfluss der Klimadebatte stiegen die Anteile des Wechselrichter-Herstellers SMA Solar um gut 5%. Nordex und SMA waren damit die besten Werte im SDax.

Im Dax gewannen die Anteilsscheine von RWE - künftig ein Erneuerbarer-Energien-Konzern - rund 3%. Die Commerzbank will sich mit dem Abbau tausender Stellen und Filialschließungen gegen die Ertragsschwäche stemmen. Das Finanzhaus will sich zudem seine Online-Tochter Comdirect komplett einverleiben. Damit schlossen die Papiere der Commerzbank moderat höher, während die Anteilsscheine der Comdirect um mehr als ein Viertel in die Höhe schnellten. Am MDax-Ende büßten die Aktien des Salz- und Düngemittelproduzenten K+S mehr als 4% ein. Börsianer verwiesen darauf, dass die Hedgefonds-Manager von Millennium International Management LP ihre Leerverkaufspositionen deutlich ausgebaut und damit verstärkt auf fallende Kurse gesetzt hatten.


USA – Börsen im Minus

Die US-Börsen haben am Freitag nach anfangs moderaten Gewinnen klar ins Minus gedreht. Sie litten darunter, dass sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China offenbar wieder zugespitzt hat. Zudem sorgte der große Verfall an den Terminmärkten für einige Kursturbulenzen. Der Dow Jones büßte letztlich 0,595 auf 26.935,07 Punkte ein. Auf Wochensicht verlor der US-Leitindex damit gut 1%. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Freitag um 0,49% auf 2.992,07 Zähler nach unten. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 fiel gar um 0,99% auf 7.823,55 Punkte zurück.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten waren am Freitag dünn gesät. Die Aktien von Facebook konnten ihre Gewinne nicht halten und sanken am Ende um gut 0,1%. Am Vortag hatte US-Präsident Donald Trump den Gründer und Chef des Online-Netzwerks, Mark Zuckerberg, empfangen. Das Treffen beschrieb Trump als "nett". Facebook erklärte, das Gespräch sei "gut und konstruktiv" verlaufen. Zuvor war Zuckerberg in Washington mit mehreren US-Senatoren zusammengekommen. Im Mittelpunkt standen Fragen rund um Sicherheit und Inhalte von Online-Netzwerken. Die Papiere von Walgreens gewannen indes als einer der Favoriten im Dow fast 0,8%. Die US-Drogeriekette startet gemeinsam mit dem Paketdienstleister Fedex und der Alphabet-Tochter Wing Aviation ein Pilotprojekt für Lieferungen per Drohne. Die Nachricht war bereits am Donnerstag zur Handelszeit bekannt geworden, wurde offenbar aber erst verspätet von den Anlegern honoriert. Die Aktien von Fedex und Alphabet zeigten sich dagegen unbeeindruckt und notierten in der Verlustzone. Die Aktien des Bergbaukonzerns Freeport-McMoRan verteuerten sich dank eines positiven Analystenkommentars um 0,2%. Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hatte die Beobachtung der Titel mit einer Kaufempfehlung aufgenommen. Dass Netflix laut einem Bericht der "Financial Times" wegen des zunehmenden Wettbewerbs die Investitionen in Großbritannien erhöhen will, kam indes nicht gut am Markt an. Für die Aktien des Streamingdienstes ging es um über 5,5% auf 270,75 USD bergab, was den tiefsten Stand seit Jahresbeginn bedeutete. Auch die Aktien von Walt Disney präsentierten sich mit einem Kursverlust von knapp 0,8% recht schwach. Der traditionsreiche Unterhaltungsriese setzt angesichts der wachsenden Konkurrenz im Internet zunehmend auf eigene Online-Inhalte. Für Anteilsscheine des Medienkonzerns Liberty Global ging es um fast 4% nach unten. Hier belastete die Nachricht, dass die Citigroup ihre Kaufempfehlung gestrichen hat und nun zum Verkauf der Papiere rät.

Asien – Börsen uneinheitlich

Die Skepsis bezüglich des US-chinesischen Handelsstreits gewinnt am Montag wieder die Oberhand an den ostasiatischen Börsen. Insbesondere in Schanghai und in Hongkong geben die Aktienkurse nach, in Schanghai mit 1,3% am stärksten in der Region. In Japan wird wegen eines Feiertags nicht gehandelt. Im südkoreanischen Seoul lautet die Tendenz knapp behauptet, in Sydney steigt das Marktbarometer dagegen um 0,3%. In Indien ziehen die Kurse derweil weiter an. Nach dem 5%-igen Kursfeuerwerk am Freitag in Reaktion auf die Ankündigung von Steuersenkungen, legt der BSE Sensex im Frühhandel um nochmals gut 2% zu. Am Aktienmarkt in Hongkong fällt der Kurs von Fosun International um 1%, für Fosun Tourism geht es um knapp 4% abwärts. Das chinesische Firmenkonglomerat hatte im vergangenen Monat eingewilligt, 450 Millionen Pfund in das britische Reiseunternehmen Thomas Cook gesteckt und im Gegenzug einen Anteil von 75% an dem Reiseanbieter und von 25% an der Flugsparte erhalten. Nun hat Thomas Cook Insolvenz angemeldet. 

Ausblick für heute

DAX
Der deutsche Aktienmarkt dürfte mit leichten Kursverlusten in den Handel starten. So notiert der DAX vorbörslich mit -0,30% bei 12.431,00 Zählern. Am Vormittag könnten die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der Eurozone für Bewegung am Markt sorgen.

Spanien
In Spanien deuten Umfragen auch nach der vorgezogenen Neuwahl am 10. November auf eine schwierige Regierungsbildung hin. Nach zwei Umfragen für die Zeitungen "Vanguardia" und "El Pais" kann die sozialdemokratische PSOE von Ministerpräsident Pedro Sanchez zwar zulegen, verfehlt aber erneut die absolute Mehrheit der Mandate. 

Iran
Der Iran droht nach der Aufstockung der US-Truppen in Saudi Arabien mit massiven Vergeltungsschlägen im Falle eines Angriffs. "Sei vorsichtig, eine begrenzte Aggression wird nicht begrenzt bleiben", erklärte der Chef der Revolutionsgarden, Hossein Salami, am Samstag. Jeder Angreifer werde zerstört. Die USA verlegen nach dem Angriff auf saudiarabische Öl-Anlagen auf Bitten der Regierung in Riad Truppen in das Land. 

USA / China
Die USA und China haben sich mit dem Fortgang ihrer Gespräche zur Schlichtung ihres Handelsstreits in Washington zufrieden gezeigt. Man habe "produktive Diskussionen" geführt, teilte das Büro des US-Handelsvertreters am Freitag mit. Im Oktober werde nun eine weitere chinesische Delegation erwartet. Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua schrieb, die Gespräche zwischen den USA und China seien "konstruktiv" gewesen. Es seien Einzelheiten der nächsten Gesprächsrunde im Oktober diskutiert worden. 

Unternehmen

Aramco
Der saudiarabische Ölkonzern hat nach Insider-Angaben UBS und Deutsche Bank als Konsortialführer für den geplanten Börsengang angeheuert. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten Reuters, der Konzern beginne damit, Banken über die Rolle der beiden Konsortialführer zu informieren. Reuters hatte früher berichtet, Aramco habe sich in den vergangenen Wochen neun Banken ausgesucht, die eine führende Rolle bei der globalen Koordinierung des Börsengangs einnehmen sollen. Eine der Personen sagte, weitere Banken sollten in untergeordneten Funktionen an dem Vorhaben beteiligt werden. 

Thomas Cook
Der britische Reisekonzern ist pleite. Man habe keine Alternative gehabt, als mit sofortiger Wirkung das Konkursverfahren einzuleiten, teilte der älteste Touristikkonzern der Welt in der Nacht zum Montag mit. Unmittelbar vom Zusammenbruch betroffen sind etwa 600.000 Touristen, darunter Zehntausende Deutsche. Die britische Flugbehörde CAA gab die Einstellung aller Flüge bekannt und kündigte eine Rückholaktion für mehr als 150.000 Briten an. Dutzende Flugzeuge im Konzern sind zudem für den deutschen Ferienflieger Condor im Einsatz. Dieser teilte in der Nacht auf seiner Website mit, seine Flüge fänden planmäßig statt

UBS
Die Schweizer Großbank will die Negativzinsen nicht an kleinere Kunden weitergeben. "Es ist unser klares Ziel, die kleinen Sparer zu verschonen. Einen solchen Schritt könnten wir ihnen nur schwer erklären", sagte Chief Operating Officer Sabine Keller-Busse der "NZZ am Sonntag". Die Bank muss allerdings ihre Kosten im Blick behalten. "Zusätzlich zu den strukturellen Maßnahmen sparen wir dieses Jahr 300 Mio. Franken." Das betreffe laufende Ausgaben, wie Kosten für die externe Beratung oder Reisespesen. 

Volkswagen
Das oberste Führungspersonal von Volkswagen will auch nach einer möglichen Anklage im Amt bleiben. Unternehmen und Großaktionäre stünden dann vor einer Zerreißprobe.  

XL Airways
Der angeschlagene französische Billigflieger sucht Hilfe bei Air France, um sein Aus noch abwenden zu können. In einer Mitteilung von Sonntag bittet XL Airways Air France und die französischen Behörden um Gespräche in den kommenden Stunden. Für Montag wird eine Gerichtsentscheidung zur Insolvenzverwaltung erwartet.

Termine
09:00 FR Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
09:00 FR Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor September
09:30 DE Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
09:30 DE Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor September
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor September
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Composite September (vorläufig)
12:00 GB CBI-Index Erwartungen Industrieaufträge September
12:00 DE Bundesbank-Monatsbericht September
14:30 CA Großhandelsumsatz Juli m/m
15:00 EZB EZB-Präsident Mario Draghi spricht im EU-Parlament, Brüssel
15:45 US Markit Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
15:45 US Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor September
15:45 EU Vol. der EZB-Käufe von Staatsanleihen, Pfandbriefen und ABS
15:50 US New-York-Fed-Präsident John Williams spricht in New York
16:00 CH Index der Frühindikatoren August m/m
19:00 US St. Louis Fed-Präsident Bullard spricht in Luncheon, Illinois
Quartalszahlen und andere Ereignisse
Quartalsberichte Europa: Hormann Holzwerkstoffe
Quartalsberichte USA: Ascena Retail; ProShares Ultrashort

Bitte beachten Sie unsere Rechtlichen Hinweise für Marktberichte.

MiFID II/MiFIR

Seit dem 3. Januar 2018 muss zur Meldung von Geschäften ein Legal Entity Identifier (LEI) übermittelt werden. Hier zur Information der „LEI“ von Hauck & Aufhäuser: 529900OOZP78CYPYF471

Weitere Informationen finden Sie unter: www.gleif.org

Portrait Volker Kölsch Leiter Fondshandel
Volker Kölsch
Leiter Fondshandel
+49 (0)69 2161-1303
volker.koelsch@hauck-aufhaeuser.com
Artikel teilen