Freitag, 10. Juli 2020, 09:00 Uhr

Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
Ihr Aktienhandel von Hauck & Aufhäuser.

Eröffnungen
DAX-Eröffnung 12.442,22
EuroStoxx50-Eröffnung 3.255,40
Financial Markets
DAX 12.489,46 (-0,04%)
MDAX 26.555,63 (-0,76%)
TecDAX 3.042,99 (+0,76%)
EuroStoxx50 3.261,17 (-0,76%)
Dow Jones 25.706,09 (-1,39%)
Nasdaq 100 10.754,59 (+0,82%)
Nikkei 22.364,48 (-0,73%)
EUR/USD 1,1268  
Gold in $ 1.796,22  
Oil (Brent) in $ 41,80  
DAX Tops:
SAP 134,68 (+4,58%)
Infineon 21,65 (+2,41%)
Merck 110,55 (+1,66%)
DAX Flops:
Wirecard 2,48 (-10,74%)
Daimler 36,15 (-2,80%)
Münchner Rück 226,70 (-2,20%)

Märkte

Deutschland -  Kaum verändert - SAP und Covestro überraschen positiv

Kaum verändert nach zwischenzeitlich deutlichem Plus ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Die mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten lagen nur im erwarteten Rahmen und lösten an der Wall Street kräftige Gewinnmitnahmen aus. Dazu verdarb ein Einbruch der Ölpreise die Stimmung. Mit SAP und Covestro überraschten aber schon vor Beginn der Berichtssaison einige Unternehmen positiv mit ihren Geschäftszahlen. Beide DAX-Unternehmen übertrafen die Markterwartungen klar. SAP erreichten im Verlauf sogar ein neues Allzeithoch. Der DAX gab fünf Punkte nach auf 12.489 Punkte.
Nach deutlich besseren Zweitquartalszahlen legten SAP um 4,6 Prozent zu. Die im April gesenkte Prognose für 2020 wurde bestätigt. Damals war das Management von spürbaren Belastungen durch die Corona-Krise ausgegangen. Durch Kostensenkungen konnte aber die vielbeachtete operative Marge deutlich erhöht werden. Die Analysten von Jefferies hoben hervor, dass es in der Region Asien/Pazifik bereits zu einer starken Erholung der Lizenzeinnahmen gekommen ist.
Eine Kauf-Empfehlung durch die Analysten der Citigroup ließ Merck KGaA um 1,7 Prozent steigen. Auch Infineon profitierten mit 2,4 Prozent Plus von einer Hochstufung durch Exane BNP und der fortgesetzten Rally der Chip-Aktien.
Das Minus von 2,8 Prozent bei Daimler war fast nur auf die Dividendenzahlung von 0,90 Euro zurückzuführen. Krones fielen um 4,5 Prozent, nachdem das Bankhaus Lampe die Aktien auf Sell abgestuft hatte.
Covestro stiegen dank überraschend guter Zahlen um 1,5 Prozent. Zwar wurde im zweiten Quartal ein schwacher Umsatz erzielt, dank guter Marge wurde aber ein höherer Gewinn ausgewiesen. Das vorläufige EBITDA lag bei 124 Millionen Euro, der Konsens nur bei 80 Millionen Euro. Covestro veröffentlichte die Kennzahlen am Mittag überraschend, weil sie so deutlich von der Kapitalmarkterwartung abwichen.
Auch Fielmann hat erste Zahlen vorgelegt: Im ersten Halbjahr mussten wegen Corona herbe Einbußen bei Absatz, Umsatz und Gewinn verkraftet werden. Nach der Erholung im Mai und Juni traut sich Fielmann aber eine Jahresprognose zu, was der Markt mit 3,8 Prozent Plus honorierte.
Siemens zeigten sich nach ihrer virtuellen außerordentlichen Hauptversammlung fast unverändert. Die Aktionäre haben dort der Ausgliederung der Energie-Sparte zugestimmt. Sie bekommen nun Ende September für je zwei Siemens-Aktien eine weitere von Siemens Energy ins Depot gebucht.
Bastei Lübbe legten um über 10 Prozent zu. Die Verlagsgruppe hat einen neuen Aktionär, der seine Beteiligung noch aufstocken könnte. Ein überzeugender Zwischenbericht trieb derweil die Hypoport-Aktie um 3,9 Prozent nach oben. 

USA - Uneinheitlich - Wall Street erneut volatil

Nach den kräftigen Kursgewinnen zur Wochenmitte haben die US-Börsen am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Gefragt waren erneut Technologiewerte. Das Handelsumfeld war weiterhin von Volatilität geprägt. Nach anfänglichen Aufschlägen kamen die Indizes im weiteren Verlauf kräftig zurück und rutschten in den Minusbereich ab. Kurz nach Handelsbeginn hatte der Nasdaq-Composite zuvor ein neues Rekordhoch erreicht. Die weiter steigende Zahl an Neu-Infektionen sorge zunehmend für Zweifel an einer schnellen Erholung der Weltwirtschaft, hieß es von Beobachtern.
Der Dow-Jones-Index verlor 1,4 Prozent auf 25.706 Punkte, während der S&P-500 um 0,6 Prozent tiefer schloss. Für den Nasdaq-Composite ging es um 0,5 Prozent aufwärts. 
Der Markt befinde sich im Spannungsfeld aus der Unterstützung durch die Notenbank und den negativen Folgen der Corona-Krise, sagten Händler. In dieser Gemengelage sind neue Daten vom Arbeitsmarkt nur ein kleiner Lichtblick, der allerdings keine Euphorie hervorruft. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging etwas stärker zurück als erwartet. Sie sank in der vergangenen Woche um 99.000 auf 1,314 Millionen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten geschätzt, dass 1,388 Millionen Amerikaner erstmals Arbeitslosenhilfe beantragen würden. Die Zahl aus der Woche davor wurde auf 1,413 von 1,427 Millionen leicht nach unten revidiert.
Vor der Corona-Krise herrschte in den USA nahezu Vollbeschäftigung. Zwar ist die Arbeitslosigkeit seit ihrem Höhepunkt im April schon wieder leicht zurückgegangen, doch verharrt die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung nach wie vor auf hohem Niveau. Das zeigt, dass trotz Wiedereinstellungen immer noch Arbeitsplätze abgebaut werden. Volkswirte befürchten daher, dass die Erholung der US-Wirtschaft ins Stocken geraten ist.
Unter den Einzelwerten brachen Bed Bath & Beyond um 24,5 Prozent ein, nachdem der Einzelhändler am Mittwoch nach Börsenschluss enttäuschende Geschäftszahlen vorgelegt hatte. Weil der Verlust höher als erwartet ausfiel, schließt das Unternehmen rund 200 Filialen, womit etwa jedes fünfte Geschäft betroffen ist. Einen Ausblick auf 2020 traute sich Bed Bath & Beyond wegen der Unsicherheiten um die Corona-Krise nicht zu.
Vor der Startglocke hatte am Donnerstag die Apotheken- und Drogeriekette Walgreens Boots Alliance Zahlen zu ihrem dritten Geschäftsquartal vorgelegt, die Licht und Schatten enthielten. Das Unternehmen rutschte aufgrund der Corona-Krise in die Verlustzone. Das bereinigte Ergebnis verfehlte die Erwartungen, der Umsatz lag leicht über dem Analystenkonsens. Allerdings sieht das Unternehmen auch das laufende Geschäftsquartal noch von Corona belastet. In Großbritannien will das Unternehmen wegen eines Nachfrageeinbruchs 4.000 Stellen streichen. Die Aktie fiel um 7,8 Prozent.
Positive Analystenkommentare gaben der Microsoft-Aktie Unterstützung. Dan Ives von Wedbush hatte das Kursziel für Microsoft auf 260 von 240 Dollar erhöht und die Einstufung "Outperform" bekräftigt. Auch die Analysten von Morgen Stanley hatten ihr Kursziel für die Aktie angehoben auf 230 von 198 Dollar mit der Einstufung "Overweight". Die Aktie legte 0,7 Prozent zu auf 214,32 Dollar. Bei 216,38 Dollar hatte sie zuvor noch ein neues Rekordhoch markiert.

Asien - Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende

Am Ende einer starken Woche mit Kursaufschlägen neigen die Anleger an den asiatischen Plätzen zu Gewinnmitnahmen
. Als Begründung dient einmal mehr die Dynamik der Corona-Pandemie, die insbesondere in den USA steigende Neuinfiziertenzahlen aufweist. Weltweit ist die Zahl der Infizierten mittlerweile auf über 12 Millionen hochgeschnellt. Die in verschiedenen Ländern wieder diskutierten oder bereits vorgenommenen Schließungen der Wirtschaft wecken Zweifel an der zum Teil optimistischen Sicht vieler Marktteilnehmer. Allerdings bewegen sich die Kursverluste in einem bescheidenen Rahmen und werden als gewöhnliche Gegenbewegung gesehen.
So gibt der Nikkei-225 aktuell 0,73 Prozent auf  22.364 Punkte ab - und dies, obwohl der Yen weiter gegen den Dollar vorrückt. Der Markt zeigt sich gespalten: Verlusten bei Immobilien- und Finanzwerten stehen steigende Kurse bei Technologie- und Pharmatiteln gegenüber. Fast Retailing verlieren 3,2 Prozent, nachdem der Bekleidungs-Einzelhändler im dritten Geschäftsquartal einen Verlust ausgewiesen hat.
In Schanghai geht es mit den Blue Chips um rund 1 Prozent abwärts, während der Chinext mit seinen jungen Unternehmen und Startups im Plus liegt. Die Zurückhaltung ist auch durch die kommende Woche anstehenden wichtigen Konjunkturdaten bedingt, dann wird nämlich unter anderem das Bruttoinlandsprodukt zum zweiten Quartal publiziert. Die Experten von UOB erwarten hier noch ein Plus von 3,5 Prozent. Daneben bleiben die gespannten Beziehungen zu den USA ein Thema, das jederzeit wieder in den Vordergrund rücken könnte.
Am Hongkonger Markt drücken vor allem Technologie- und Versicherungsaktien den Leitindex um 1,2 Prozent. KGI Securities vermutet, dass der Markt zwar konsolidieren dürfte, auf kurze Sicht aber widerstandsfähig sein werde. In Südkorea hat der Kospi nach anfänglichen Gewinnen ins Minus gedreht, belastet von Verlusten bei Stahlwerten, Banken und Fluglinien. Ein Lichtblick sind Kursaufschläge bei einigen Internet-Aktien, da die Teilnehmer hier günstige Ergebnis-Perspektiven vermuten. 

Ausblick für heute

DAX
Mit kaum veränderten Kursen rechnen Marktteilnehmer zur Eröffnung des Aktienmarktes. Der DAX wird weiterhin in der Handelsspanne zwischen 12.400 auf der Unter- und 12.800 bis 13.000 auf der Oberseite erwartet. L&S taxiert den Leitindex heute Morgen auf 12.448,50 Punkte (Vortag:12.489,46). "Die Umsätze gehen bereits deutlich zurück, was gegen nachhaltige Ausbrüche aus der Spanne spricht", sagt ein Händler mit Blick auf die Urlaubssaison. Die Konsolidierung in der genannten Handelsspanne dürfte sich nun zeitlich ausweiten, erwartet er. Die schwächeren Vorlagen dürften eingepreist sein. "Solange der S&P-500 über der 200-Tagelinie handelt, spricht auch die Lage in den USA gegen Shorts", so ein weiterer Marktteilnehmer. Weiterhin zur Stärke neigen Technologietitel, die an Wall Street mit neuen Rekorden im Nasdaq glänzten. Ölaktien waren dagegen besonders schwach. 

Eurogruppe
Der irische Finanzminister Paschal Donohoe ist überraschend zum neuen Chef der Eurogruppe gewählt worden. Das bestätigten mehrere Vertreter der Euro-Zone, darunter Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Der 45-jährige Donohoe setzte sich im zweiten Wahlgang gegen die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calvino durch, die als Favoritin galt. Auch der Luxemburger Finanzminister Pierre Gramegna hatte seinen Hut in den Ring geworfen. Der einflussreiche Posten wird jeweils für zweieinhalb Jahre vergeben. Der konservative Donohoe muss nun ab nächster Woche die monatlichen Beratungen der Euro-Finanzminister vorbereiten und in Streitfragen Kompromisse ausloten.

USA / Biden
In den USA will der demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden mit einem umfassenden Wirtschaftsprogramm seine Wahlchancen im Rennen gegen Amtsinhaber Donald Trump verbessern. Bei einem Auftritt im Bundesstaat Pennsylvania präsentierte Biden einen ersten Teil seiner Pläne. Demnach will er die von der Coronakrise hart getroffene Volkswirtschaft mit massiven Investitionen wiederaufrichten. 700 Milliarden Dollar sollen zugunsten heimischer Produkte und Industrieforschung ausgegeben und damit mindestens fünf Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden.

USA / Coronavirus
In den USA sind am Donnerstag 60.565 Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet worden. Das ergaben Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters. Es handelt sich um einen weltweiten Rekordwert seit Ausbruch der Pandemie. Die Zahl der neuen Todesfälle von infizierten Menschen lag den dritten Tag in Folge über 800. In 41 der 50 Bundesstaaten nahmen die Neuansteckungen in den vergangenen zwei Wochen zu.

Unternehmen

Bayer
Der Konzern habe es versäumt, Tausende von Beschwerden über körperliche Schäden, die angeblich auf sein Verhütungsmittel Essure zurückzuführen seien, der US-Gesundheitsbehörde FDA zu melden, heißt es in einem Bloomberg-Bericht unter Berufung auf bislang unveröffentlichte Gerichtsdokumente von Klägern.

In Brasilien hat das Landwirtschaftsministerium sechs Agrochemikalien zugelassen, die den umstrittenen Unkrautvernichter Dicamba nutzen. Es handelt sich um Erzeugnisse der Bayer-Tochter Monsanto und von mehreren kleineren brasilianischen Unternehmen, wie aus einem Hinweis im Amtsblatt hervorgeht.

Brockhaus Capital Management
Der Technologie-Investor Brockhaus hat den Sprung an die Frankfurter Börse geschafft. 3,59 Millionen Aktien wurden zum Preis von 32 Euro platziert, wie Brockhaus Capital Management mitteilte. Der Börsengang brachte damit 115 Millionen Euro ein, zum Ausgabepreis wird der Technologie-Investor mit 332 Millionen Euro bewertet. Am Dienstag (14. Juli) will Brockhaus sein Börsendebüt im streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse feiern.

Qiagen
Die weiter hohe Nachfrage nach Testprodukten für den Nachweis des Coronavirus hat Gewinn und Umsatz des Biotechunternehmens im zweiten Quartal getrieben. Nach vorläufigen Zahlen stieg der bereinigte Gewinn im Vorjahresvergleich um etwa 68 Prozent auf 0,55 bis 0,56 Dollar je Aktie. Damit übertraf die Firma ihre Prognose von mindestens 0,40 Dollar. Der Nettoumsatz erhöhte sich um etwa 18 bis 19 Prozent bei konstanten Wechselkursen. Qiagen hatte hier ein Plus von zwölf Prozent anvisiert.

Rhön-Klinikum
Rhön-Klinikum verlässt nach seiner Übernahme durch den Konkurrenten ASKLEPIOS den Kleinwerte-Index SDax. Das teilte die Deutsche Börse mit. Grund für die außerplanmäßige Veränderung in dem Index sei, dass der Streubesitz von Rhön durch die Übernahme unter zehn Prozent gefallen sei. Den freien Platz im SDax übernehme ab Dienstag (14. Juli) der Kabelnetz-Betreiber Tele Columbus.

Tom Tailor
Der chinesische Großaktionär Fosun rettet das Modeunternehmen aus der Insolvenz. Der Gläubigerausschuss habe einen Verkauf der Tom Tailor GmbH an die Beteiligungsgesellschaft zugestimmt, teilte die Tom Tailor Holding SE mit. Die Pleite der Tochter Bonita in der Corona-Krise hatte die Holding vor fast genau einem Monat selbst zu einem Insolvenzantrag gezwungen; die operative GmbH war davon aber dank einer Bund-Länder-Kreditbürgschaft über 100 Millionen Euro nicht betroffen.

Termine
08:00 DE Bauhauptgewerbe (Umsatz und Beschäftigte), April
08:45 FR Industrieproduktion Mai m/m
10:00 IT Industrieproduktion Mai m/m
10:00 FR IEA-Monatsbericht zum Ölmarkt
14:30 CA Erwerbstätigenzahl Juni m/m in Tsd.
14:30 CA Arbeitslosenquote Juni
14:30 US Erzeugerpreise Juni m/m, erw. 0,40
15:30 GB CB Index der Frühindikatoren Mai m/m
Quartalszahlen und andere Ereignisse
Quartalszahlen: Nordwest Handel AG
Hauptversammlungen: Hornbach Holding AG & Co. KGaA

Bitte beachten Sie unsere Rechtlichen Hinweise für Marktberichte.

MiFID II/MiFIR

Seit dem 3. Januar 2018 muss zur Meldung von Geschäften ein Legal Entity Identifier (LEI) übermittelt werden. Hier zur Information der „LEI“ von Hauck & Aufhäuser: 529900OOZP78CYPYF471

Weitere Informationen finden Sie unter: www.gleif.org

Portrait Volker Kölsch Leiter Fondshandel
Volker Kölsch
Leiter Fondshandel
+49 (0)69 2161-1303
+49 (0)69 2161-1303
volker.koelsch@hauck-aufhaeuser.com
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