Dienstag,  15. Oktober 2019, 09:00 Uhr

Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
Ihr Aktienhandel von Hauck & Aufhäuser.

Eröffnungen
DAX-Eröffnung 12.565,68
EuroStoxx50-Eröffnung 3.562,39
Financial Markets
DAX 12.486,56 (-0,20%)
MDAX 25.638,47 (+0,04%)
TecDAX 2.803,98 (+0,06%)
EuroStoxx50 3.556,26 (-0,38%)
Dow Jones 26.787,30 (-0,11%)
Nasdaq 100 7.742,33 (-0,02%)
Nikkei 22.207,21 (+1,87%)
EUR/USD 1,1030  
Gold in $ 1.492,84  
Oil (Brent) in $ 58,78  
DAX Tops:
Dt. Boerse 143,85 (+1,37%)
Beiersdorf 104,45 (+1,06%)
RWE 27,23 (+0,89%)
DAX Flops:
Wirecard 140,00 (-1,44%)
Infineon 16,64 (-1,39%)
Allianz 210,70 (-1,13%)

Märkte

Deutschland – Holpriger Wochenstart

Der Dax hat sich nach seiner Freitagsrally zum Wochenauftakt eine Auszeit genommen. Aussagen aus China zum Handelskonflikt mit den USA nahmen dem Leitindex etwas den Wind aus den Segeln. Er konnte seine Verluste etwas eindämmen, wagte sich aber nicht zurück über die runde Marke von 12 500 Punkten. Am Ende stand er mit 12 486,56 Punkten moderat mit 0,20% im roten Bereich. Nachdem US-Präsident Donald Trump die Märkte am späten Freitag im Handelskonflikt mit China auf ein Teilabkommen eingestimmt hatte, gab es nun wieder einen Hoffnungsdämpfer. China wolle weitere Gespräche führen, bevor es die sogenannte "Phase eins" des Handelsabkommen unterzeichnen werde, erfuhr die Nachrichtenagentur Bloomberg aus Kreisen. An der New Yorker Börse, die am Freitag nur kurz die Gelegenheit hatte, die Ankündigungen Trumps zu verarbeiten, ging es am Montag jedoch gelassen zu. Dies beruhigte im deutschen Börsenhandel die Gemüter. Der MDax schaffte es sogar knapp mit 0,04% auf 25 638,47 Punkte in die Gewinnzone."Bei aller derzeitigen Euphorie über die Nachrichten darf man nicht vergessen, dass es sich bei den Kursgewinnen vom Freitag immer noch um Vorschusslorbeeren für ein Abkommen handelt, dessen Unterschrift noch lange nicht unter dem Vertrag ist", erinnerte Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets. "Das Risiko liegt jetzt mindestens bei 400 Punkten im Dax, wenn das am Freitag gesagte wieder wie eine Seifenblase zerplatzen würde", so Stanzl.Im Dax waren einige defensive Aktien gefragt. Die Aktien von Konsumgüterkonzernen wie Henkel oder Beiersdorf gehörten mit bis zu 1,1% zu den Gewinnern. Im Versorgersektor legten RWE rund 0,9% zu. Spitzenreiter waren jedoch die Anteile der Deutschen Börse , die in der Spitze erstmals in ihrer Börsengeschichte mehr als 144 Euro kosteten. Am Ende verbuchten sie ein Plus von 1,4%. Im MDax blieben die Aktien von Hugo Boss mit minus 3% negativ im Anlegerfokus. Die Anleger straften die Papiere nach der Gewinnwarnung des Modekonzerns vom Freitag weiter ab. Seit vergangenen Donnerstag summiert sich der Verlust nun bereits auf 16%, mittlerweile sind sie der zweitschwächste MDax-Wert des laufenden Jahres.Pessimistischere Ziele für das Gesamtjahr ließen die Papiere der Indus Holding im SDax um mehr als 8 Prozent einbrechen. Die auf mittelständische Produktionsunternehmen fokussierte Beteiligungsgesellschaft rechnet für 2019 mit einem geringeren operativen Ergebnis (Ebit), sollte der unerwartet deutliche Umsatzrückgangs im Segment Fahrzeugtechnik anhalten.Auf der anderen SDax-Seite standen die Aktien des Anlagenbauers Aixtron mit einem Plus von 4,4%. Für Fantasie sorgt weiterhin eine Ankündigung von Samsung , viel Geld in OLED-Technologie für Fernseher stecken zu wollen. Die entsprechende Technik gilt für den Maschinenbauer Aixtron als Hoffnungsträger. Der EuroStoxx 50 blieb etwas stärker im Minus zurück. Am Ende fiel der Leitindex der Eurozone um 0,38% auf 3556,26 Punkte. Auch in Paris und London schlossen die Kursbarometer mit Verlusten zwischen 0,4 und 0,5%. 

USA - Ernüchterung

Eine neue Wasserstandsmeldung im Handelskonflikt hat die Anleger an der Wall Street am Montag wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump zwar eine Teileinigung mit China verkündet, dann aber trübte die Nachricht das Bild, dass der Kompromiss doch noch nicht unter Dach und Fach sei. Die zuletzt spürbare Euphorie im Handelsstreit erfuhr damit nun wieder einen Dämpfer und die wichtigsten Aktienindizes schlossen leicht im Minus. Der Dow Jones Industrial gab um 0,11% auf 26 787,36 Punkte nach. Zuletzt hatte der US-Leitindex drei Tage in Folge mit Gewinnen geschlossen und so für die Vorwoche ein Plus von fast 1% eingetütet. Der marktbreite S&P 500 fiel am Montag um 0,14% auf 2966,15 Punkte und der technologielastige Nasdaq 100 bewegte sich mit minus 0,02% 7842,33 Zähler kaum vom Fleck. Insgesamt hielten sich die Aktivitäten angesichts des Feiertages "Columbus Day" in Grenzen. China wolle weitere Gespräche führen, bevor es die sogenannte "Phase eins" des Handelsabkommens unterzeichnen werde, erfuhr die Nachrichtenagentur Bloomberg von mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Ende Oktober sollen demnach Einzelheiten noch ausgearbeitet werden, bevor Präsident Xi Jinping das am Freitag von Trump verkündete Abkommen unterzeichnen könne. Unter den Einzelwerten gaben die Aktien von Facebook am Montag leicht nach. Aus Sorge vor massivem regulatorischem Gegenwind verabschieden sich andere Konzerne reihenweise aus dem Unterstützerkreis für die geplante Digitalwährung Libra. Nach dem Zahlungsdienstleister Paypal und der Handelsplattform Ebay gehen nun auch die Kreditkartenkonzerne Mastercard und Visa von der Stange. Die Anteilsscheine der beiden Finanzinstitute schlossen moderat höher. "Damit tritt die Befürchtung nun ein, dass weitere strategische Partner ihre Beteiligung nun nochmal auf Herz und Nieren prüfen und Libra womöglich den Rücken kehren", schrieb Timo Emden, Marktanalyst vom Analysehaus Emden Research. Zusätzliche Hiobsbotschaften dürften die Erfolgschancen des Projekts schmälern. Im Dow zogen die Papiere von Nike nach einem positiven Analystenkommentar um gut 1% an. Die Experten der Bank of America hatten ihre bisherige negative Empfehlung für die Papiere des Sportartikelkonzerns aufgegeben. Analyst Robert Ohmes hat nun ein neutrales Votum für die Anteilsscheine. Seiner Meinung nach dürfte das Geschäft mit Sportkleidung und Sneakers der Marke Air Jordan das Wachstum ankurbeln. Derweil hatten die Aktien von Apple zunächst ihre Rekordjagd fortgesetzt, konnten die Gewinne aber nicht halten und schlossen leicht im Minus. Neuerdings waren die Papiere des iPhone-Herstellers an der Börse wieder mehr als eine Billion Dollar wert geworden.

Asien – Uneinheitlich

Die Asienbörsen gaben am Dienstag ein gemischtes Bild ab. Während die Kurse in Japan stiegen, standen die Börsenbarometer in China und Hongkong unter Abgabedruck. Die Benchmarks in Südkorea und Australien waren kaum verändert. Der breite MSCI AC Asia Pacific Index rückte gegen 07:00 Uhr (MESZ) um 0,7% auf 158,90 Zähler vor. Nach dem handelsfreien Montag setzten Japans Aktien zur Aufholjagd ab. Die Kurse legten gestützt durch die Fortschritte bei den Handelsgesprächen zwischen China und den USA Ende letzter Woche zu. Der Topix kletterte 1,6%, angeführt Elektronikkonzernen und Autoherstellern. Der Nikkei 225 gewann 1,87%.“Der Markt konnte das vermeiden, was am meisten befürchtet wurde: ein Abbruch der Gespräche”, sagte Hideyuki Ishiguro, Seniorstratege bei Daiwa Securities Co. “Ein Gefühl der Erleichterung macht sich breit.”

Ausblick für heute

DAX
Der DAX wird vorbörslich wieder freundlicher gerechnet und liegt aktuell bei12.520 Punkten +0,27%. Im Fokus ist heute erst der ZEW und dann der Beginn der US-Berichtssaison vorab mit drei reportenden US-Banken.

Brexit
Der britische Premierminister Boris Johnson lehnt einen Rücktritt auch im Fall einer Niederlage im Londoner Parlament ab. Johnson werde nicht zurücktreten, sollten die Abgeordneten gegen sein Regierungsprogramm rund um den von ihm geplanten Brexit votieren, sagte ein Sprecher Johnsons. Johnsons Konservative haben keine Mehrheit im Parlament, das in der kommenden Woche über die Regierungserklärung des Premierministers abstimmen soll. Diese wurde am Montag nach britischer Tradition von Königin Elizabeth verlesen. 

USA/TÜRKEI
Als Reaktion auf den Militäreinsatz der Türkei lässt US-Präsident Donald Trump Sanktionen gegen den Nato-Partner verhängen. Er werde in Kürze Strafmaßnahmen gegen aktuelle und frühere Vertreter des Landes anordnen, erklärte Trump. Zudem würden Gespräche mit der Türkei über ein Handelsabkommen im Volumen von 100 Milliarden Dollar gestoppt und Zölle auf türkischen Stahl auf 50 Prozent angehoben. "Ich bin voll darauf vorbereitet, schnell die türkische Wirtschaft zu zerstören, wenn führende türkische Politiker weiter diesen gefährlichen und zerstörerischen Weg gehen", erklärte Trump. Finanzminister Steven Mnuchin erklärte, es würden wirtschaftliche Maßnahmen gegen die türkischen Verteidigungs-, Innen- und Energieminister sowie ihre Ressorts als Reaktion auf die Militäroperation des Landes ergriffen. Trump habe mit Erdogan gesprochen und um einen sofortigen Waffenstillstand in Syrien gebeten, ergänzte US-Vizepräsident Mike Pence. 

Unternehmen

Deutsche Bank
-Die Deutsche Bank hat einem Insider zufolge verdächtige Geldwäsche-Transaktionen im Zusammenhang mit der Danske Bank jahrelang nicht offengelegt. Mehr als eine Million Fälle seien von dem Geldhaus erst im Februar 2019 bekannt gemacht worden, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Bereits fünf Jahre zuvor hatte ein Whistleblower den Geldwäscheskandal bei der Danske Bank ins Rollen gebracht. Mit 1,1 Millionen Transaktionen aus den Jahren 2014 und 2015 würden sich nun die Ermittlungsbehörden befassen, sagte der Insider. So werde etwa untersucht, ob die Verantwortung für die verdächtigen Geldtransfers bei einzelnen Mitarbeitern oder bei der Führung des größten deutschen Geldinstituts liege. Die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar dazu ab, zu welchem Zeitpunkt sie die betreffenden Transaktionen bei den Behörden gemeldet hat.

-Die Bank hat laut "Süddeutsche Zeitung", WDR und "New York Times" chinesische Politiker und Manager staatseigener Betriebe nach 2002 jahrelang mit Geldzahlungen und Geschenken bedacht. Ex-Präsident Jiang Zemin, Ex-Ministerpräsident Wen Jiabao und Ex-Vizepremier Zeng Peiyan hätten Geschenke wie einen Kristalltiger für 15.000 Dollar, einen Fernseher oder eine Hifi-Anlage erhalten, an eine "dubiose Beraterfirma" seien 100.000 Dollar geflossen. Die Deutsche Bank verwies in einer Stellungnahme auf die internen Untersuchungen zu früherem Fehlverhalten. "Diese Vorfälle reichen bis ins Jahr 2002 zurück und wurden angemessen behandelt", erklärte ein Sprecher. "Die Deutsche Bank führt aus eigenem Antrieb interne Untersuchungen durch, um Fehler und Mängel der Vergangenheit zu identifizieren und zu beheben. Im Ergebnis meldete sie bestimmtes Fehlverhalten den entsprechenden Behörden. Wie die Vereinbarung mit der US-Börsenaufsicht SEC zu den Einstellungspraktiken der Bank widerspiegelt, haben wir unsere Richtlinien und Kontrollen verbessert. Wo Schwachstellen identifiziert wurden, haben wir Gegenmaßnahmen ergriffen."

Hellofresh
Der Essenslieferant schraubt nach einem überraschend positiv ausgefallenen dritten Quartal seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr nach oben. Die Erlöse sollen 2019 währungsbereinigt um rund 31 bis 33 Prozent steigen, wie der Anbieter von Kochboxen mitteilte. Bisher war das Unternehmen von einem Plus zwischen 28 und 30 Prozent ausgegangen. Im dritten Quartal dürfte der Umsatz bei 438 bis 441 Millionen Euro und das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) zwischen 13,5 und 15,5 Millionen Euro liegen. Die endgültigen Quartalszahlen werden am 5. November veröffentlicht.

Klöckner
Der Stahlhändler schraubt erneut seine Gewinnprognose herunter. Der operative Gewinn (Ebitda) vor wesentlichen Sondereffekten werde 2019 bei 120 bis 130 Millionen Euro liegen, teilte der Konzern mit. Grund sei, dass nicht länger von einer Erholung der Stahlpreise in den USA im vierten Quartal ausgegangen werde. Vielmehr werde eine erneut negative Preisentwicklung erwartet. 

Nordex
Nordex Group verzeichnet im dritten Quartal 2019 Auftragseingang von 1,7 Gigawatt (VJ: 0,974 MW). 

Thyssen
Der Bezirksleiter der IG Metall in Nordrhein-Westfalen, Knut Giesler, verlangt vor Gesprächen über einen Stellenabbau ein tragfähiges Zukunftskonzept. "Thyssenkrupp hat die letzten anderthalb, zwei Jahre auch deshalb überstanden, weil es eine starke Mitbestimmung gab. Jetzt muss auch etwas an die Mitarbeiter zurückgegeben werden", sagte er dem "Handelsblatt". 

Uniper
UNIPER soll laut Vorstandschef Andreas Schierenbeck nach der Übernahme durch den finnischen Staatskonzern Fortum nicht zerschlagen werden. "Wir haben nicht vor, Unternehmensteile abzugeben. Verkäufe sind – außerhalb der strategischen Portfoliorotation – nicht auf der Tagesordnung", sagte Schierenbeck der "FAZ".

Volkswagen
Nach dem Einmarsch türkischer Truppen im Nordosten Syriens vertagt Volkswagen einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge die Entscheidung über ein neues Werk in der Türkei. In diesem Umfeld könne es kein Votum für das Land geben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise. Die Unterschrift unter den Verträgen werde es daher vorerst nicht geben.

Termine
08:30 CH Erzeuger- und Importpreise September m/m
08:45 FR Verbraucherpreise September (endgültig)
10:30 G / Arbeitslosengeldbezieher September m/m in Tsd.
10:30 GB Arbeitslosenquote August (3-Monatsdurchschnitt)
10:30 GB Durchschnittsverdienst-Index in den drei Monaten per August y/y
11:00 DE ZEW-Konjunkturerwartungen Oktober
11:00 EU ZEW-Konjunkturerwartungen Oktober
14:30 US Empire State Manufacturing Index Oktober
14:55 US Redbook Einzelhandelsumsätze Vorwoche m/m
15:00 US Weltbank und IWF, World Economic Outlook (WEO), Washington
20:00 US Haushaltssaldo September in Mrd. USD
Quartalszahlen und andere Ereignisse
Quartalszahlen Europa: Dt. Grundstücksauktionen
Quartalszahlen USA: Heartland Express, Wells Fargo, Blackrock, Citigroup, Johnson+Johnson, JPMorgan Chase, Northern Trust, Omnicom Group, Goldman Sachs, UnitedHealth, Pinnacle Financial, United Airlines Holdings, usw.

Bitte beachten Sie unsere Rechtlichen Hinweise für Marktberichte.

MiFID II/MiFIR

Seit dem 3. Januar 2018 muss zur Meldung von Geschäften ein Legal Entity Identifier (LEI) übermittelt werden. Hier zur Information der „LEI“ von Hauck & Aufhäuser: 529900OOZP78CYPYF471

Weitere Informationen finden Sie unter: www.gleif.org

Portrait Volker Kölsch Leiter Fondshandel
Volker Kölsch
Leiter Fondshandel
+49 (0)69 2161-1303
volker.koelsch@hauck-aufhaeuser.com
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