Freitag, 06. Dezember 2019, 09:00 Uhr

Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
Ihr Aktienhandel von Hauck & Aufhäuser.

Eröffnungen
DAX-Eröffnung 13.087,51
EuroStoxx50-Eröffnung 3.653,23
Financial Markets
DAX 13.054,80 (-0,65%)
MDAX 27.151,51 (-0,33%)
TecDAX 3.037,12 (-0,16%)
EuroStoxx50 3.648,13 (-0,32%)
Dow Jones 27.677,79 (+0,10%)
Nasdaq 100 8.308,40 (+0,14%)
Nikkei 23.354,40 (+0,23%)
EUR/USD 1,1104  
Gold in $ 1.473,23  
Öl (Brent) in $ 63,31  
DAX Tops:
MTU Aero Engines 259,10 (+2,41%)
Merck 104,00 (+0,63%)
BMW 72,81 (+0,07%)
DAX Flops:
Vonovia SE 46,26 (-0,94%)
Wirecard AG 118,00 (-0,25%)
Merck KGaA 103,35 (-0,14%)

Märkte

Deutschland - DAX schwächer

In Sachen Handelsstreit haben Anleger am Donnerstag keine Nachrichten als eher schlechte Nachrichten interpretiert. Nach einem insgesamt zähen Handelstag driftete der Dax am Nachmittag in die Verlustzone und stand zum Börsenschluss mit 0,65% mit 13.054,80 Punkten im Minus. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel gab um 0,33% auf 27.151,51 Punkte nach.
Bei den Einzelwerten im Dax tat sich am Donnerstag nur wenig. An der Spitze lagen bis zum Schluss die Papiere von MTU Aero Engines mit einem Aufschlag von 2,41%. Der Hersteller von Flugzeugtriebwerken stellt sich an diesem Donnerstag in Paris auf einer Veranstaltung der Bank Societe General vor.
Im MDax waren die Papiere des Waferherstellers Siltronic begehrt, die sich nach einer Kaufempfehlung der Metzler Bank um gut 4% verteuerten. Dazu profitierten Hugo Boss von Übernahmespekulationen in der Modebranche. Der französische Luxuskonzern Kering erwägt Kreisen zufolge eine Übernahme der italienischen Modekette Moncler. Deren Aktien schnellten daraufhin kurzzeitig um 8% nach oben, gaben ihre Gewinne im Laufe des Handelstages dann aber wieder fast vollständig ab. In ihrem Fahrwasser gewannen Hugo Boss jedoch bis zum Schluss 1,19%.
Bei Varta-Aktien nahmen Anleger nach zuletzt immer neuen Rekordständen nun Kursgewinne mit. Der Kurs fiel um 4,7%. Am Vorabend hatte der Großaktionär Montana Tech gut 800.000 Varta-Aktien oder 2% des Grundkapitals veräußert, dies werteten Händler als Auslöser der Gewinnmitnahmen. Wacker Chemie gaben zudem um 0,54% nach. Das Unternehmen muss im laufenden Geschäftsjahr wegen der Flaute im Solarmarkt eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 750 Mio. € vornehmen. Man erwarte nun für 2019 ein negatives Jahresergebnis von etwa dem gleichen Betrag, teilten die Münchener kurz vor Börsenschluss mit.
Die Deutsche Börse hatte am Mittwoch Änderungen ihrer Aktienindizes mitgeteilt. Demnach steigen die Papiere der Softwarefirma Teamviewer und des Batterieherstellers Varta in den MDax auf. Verlassen müssen den MDax dafür 1&1 Drillisch und Fielmann , beide Aktien steigen in den SDax ab. Drillisch-Papiere verloren bis zum Handelsende rund 1%, während die von Fielmann mit 0,22% im Plus lagen. Teamviewer-Titel gaben ebenfalls 0,5% nach. Im Dax bleibt derweil alles beim Alten.

USA - Anleger zögern - keine Klarheit im Zollstreit

Ohne gesicherte Fortschritte im Handelskrieg hat die Wall Street am Donnerstag nur wenig Boden gut gemacht. Der Dow Jones Industrial mühte sich am Ende knapp mit 0,10 Prozent ins Plus. Mit 27.677,79 Punkten verteidigte er seine Gewinne vom Vortag, als neuer Optimismus im Zollkonflikt eine Erholung vom Tief seit Anfang November ermöglichte.
US-Präsident Donald Trump untermauerte zwar die Hoffnung mit der Aussage, die Gespräche mit China liefen gut. Für mehr Zuversicht seien aber verlässlichere Aussagen nötig, hieß es. "Anleger wissen derzeit nicht, wo in dem Konflikt die Reise wirklich hingeht", sagte ein Börsianer. Die Zeit tickt, weil am 15. Dezember neue US-Zölle in Kraft treten sollen.
Die anderen bedeutenden New Yorker Aktienindizes kamen vor diesem Hintergrund auch nicht groß vom Fleck. Der marktbreite S&P 500 stieg um 0,15 Prozent auf 3.117,43 Punkte, während der technologielastige Nasdaq 100 0,14 Prozent auf 8.308,40 Punkte gewann.
Auch auf Unternehmensseite war die Nachrichtenlage ruhig. Auswirkungen auf die Kurse hatten im Dow Jones vor allem Analystenkommentare, allen voran zu Nike. Die Aktien waren mit einem Anstieg um 2,2 Prozent der Spitzenreiter, nachdem Goldman Sachs sie auf eine Liste der besonders vielversprechenden Anlageempfehlungen setzte. Analystin Alexandra Walvis sieht den Sportartikelkonzern unmittelbar vor einer Phase mit deutlich beschleunigtem Gewinnwachstum.
Ein weiterer Gewinner im Dow waren die Papiere von Apple mit 1,5 Prozent. Hier kam bei den Anlegern gut an, dass die Citigroup mit einem neuen Kursziel von 300 US-Dollar wieder Luft nach oben für die Aktie sieht. Analyst Jim Suva verspricht sich dank Produkten wie der Apple Watch und dem AirPod von dem Technologiekonzern ein starkes Weihnachtsquartal.
Das Schlusslicht waren 3M mit einem Abschlag von 1,7 Prozent. Hier wurde als Belastung auf einen Bericht verwiesen, wonach bestimmte Produkte des Mischkonzerns als Gefahrenstoffe deklariert werden könnten. Bei Anlegern wecke dies Sorgen vor Folgeverpflichtungen, hieß es. Auch beim Chemiekonzern Chemours wurden Verluste von 2,4 Prozent damit begründet.
Am breiten Markt waren die Papiere der Supermarktkette Kroger mit 3 Prozent ein größerer Verlierer wegen enttäuschender Resultate zum dritten Quartal.

Asien - Hoffnung auf Einigung im Handelsstreit stützt

Die Aktienmärkte in Asien legen im späten Handel in der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China zu
. Das chinesische Handelsministerium hatte erklärt, dass die Gespräche mit den USA über Zoll- und Handelsfragen trotz der jüngsten Spannungen wegen der Lage in Hongkong und bei ethnischen Minderheiten auf Kurs befänden. Der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums, Gao Feng, sagte, dass die Verhandlungsteams beider Seiten eine enge Kommunikation pflegten. Er betonte aber auch, dass China auf der Senkung bestehender Zölle im Zuge einer Einigung bestehe.
Der japanische Nikkei-225 steigt um 0,3 Prozent und der HSI in Hongkong schiebt sich um 0,7 Prozent nach vorne. Der Schanghai-Composite zeigt sich nur gut behauptet, während der Shenzhen-Composite um 0,3 Prozent zulegt. Der südkoreanische Kospi zieht um 0,8 Prozent an. Die Indizes in Taiwan, Singapur, Malaysia und Indonesien zeigen gegen Mittag (Ortszeit) kaum verändert. Der australische S&P/ASX 200 schloss indes 0,4 Prozent fester.
Die Investoren hoffen, dass die beiden größten Volkswirtschaften der Welt ein Handelsabkommen in trockenen Tüchern haben, ehe neue US-Zölle auf einige Produkte aus China, wie etwa Smartphones, am 15. Dezember in Kraft treten. Ob die USA und China noch rechtzeitig ein Abkommen abschließen können oder nicht, ist laut Mizuho Bank vor Ablauf der Frist das alles beherrschende Thema.
Daneben steht der US-Arbeitsmarktbericht für November im Blick, den das US-Arbeitsministerium im Verlauf des Tages veröffentlichen wird. Investoren suchen nach Hinweisen über den Zustand der US-Wirtschaft. Ökonomen gehen davon aus, dass die Arbeitslosenquote bei 3,6 Prozent stabil bleiben wird. "Es gab diese Woche einige durchwachsene Wirtschaftsdaten, also will der Markt wahrscheinlich abwarten und sehen, was wir später bekommen", sagt Anlagestratege Willie Delwiche von Baird.

Ausblick für heute

DAX
Der DAX hat heute leicht im Minus eröffnet und handelt aktuell bei 13.140 Punkten, unverändert. Im Fokus steht noch immer der Handelskonflikt USA / China.

Frankreich
Frankreich bereitet sich auf einen der größten Streiks im öffentlichen Dienst am Donnerstag vor. Die Gewerkschaften stellen sich auf einen landesweiten Streik über die Rentenreform ein. Sie hoffen, dass der Arbeitskampf den Verkehr zum Stillstand bringt, um Präsident Emmanuel Macron zur Rücknahme seiner Rentenreform zu zwingen. Nach Angaben der Bahn soll nur jeder zehnte Pendler- und Hochgeschwindigkeits-TGV fahren. Eurostar und Thalys zufolge sind mindestens die Hälfte ihrer Verbindungen zwischen Paris und London und Brüssel gestrichen, rund 20 Prozent aller Flüge werden nach Regierungsangaben vermutlich am Boden bleiben.    

Unternehmen

Allianz

Die Allianz denkt über weniger Garantien für Lebensversicherungskunden nach. Vorstand Axel Theis kündigt im Interview der Börsen-Zeitung eine Anpassung der Produkte an.

Bayer
Die Affäre um unethische Praktiken von Monsanto weitet sich aus. Dokumenten zufolge, die Süddeutscher Zeitung und Lobbycontrol vorliegen, hat der US-Konzern auch in Deutschland heimlich Glyphosat-Studien in Auftrag gegeben und mitfinanziert. Der Bayer-Konzern, der Monsanto übernommen hat, bestätigte die Vorgänge. 

Commerzbank
Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Zielke, will den Verkauf der polnischen Tochtergesellschaft mBank bis Ende des nächsten Jahres vom Tisch haben. "So ein Prozess ist immer schwer vorherzusehen, aber unsere Ambition ist es, bis Ende des nächsten Jahres durch zu sein", sagte Zielke. Auf die Frage, wie weit die Commerzbank mit dem Verkauf sei, sagte Zielke: "Das läuft alles sehr geordnet." Die Finanzmittel aus dem Erlös sollen genutzt werden, "um in das Kerngeschäft zu investieren."

Deutsche Bank
Aktiengeschäfte zulasten des deutschen Fiskus, wie vorher jahrelang Cum-Ex-Geschäfte, waren nach 2012 weiter möglich, als der Staat diese Steuertricks eigentlich unterbunden hatte. Die neuartigen Deals hießen und funktionierten anders, aber ihr Zweck war der gleiche. Es ging um Geschäfte mit Wertpapieren namens American Depositary Receipts (ADR). Mit diesen Papieren, die in den USA stellvertretend für deutsche Aktien gehandelt werden, sei auf noch perfidere Weise ein Griff in die Staatskasse möglich gewesen, erklärten Anwälte. Banken konnten sich Steuern auf Kapitalerträge erstatten lassen für Aktien, die gar nicht existierten.

Siemens
Siemens-Chef Joe Kaeser gilt als Finanzexperte, der dem Technologiekonzern praktisch keine Ruhe gönnt. Ständig wird umgebaut, abgespalten oder verkauft, auch um Erträge zu generieren. Das meiste geschieht öffentlich, aber es gibt auch Transaktionen in aller Stille. So hat der Konzern nach Welt-Recherchen intern einen Milliardenschatz gehoben: Die Marke Siemens wurde für 9,5 Milliarden Euro an eine eigens dazu gegründete Konzerngesellschaft übertragen. Dies führte zu einem Sonderertrag in gleicher Höhe bei der Muttergesellschaft Siemens AG, wie es im soeben vorgelegten Geschäftsbericht heißt.

Wacker Chemie
Die anhaltend düsteren Aussichten für das Geschäft mit Silizium für Solaranlagen reißen den Chemiekonzern in diesem Jahr voraussichtlich tief in die roten Zahlen. Das Familienunternehmen muss rund 750 Millionen Euro auf den Wert der Produktionsanlagen für Polysilizium im bayerischen Burghausen, im sächsischen Nünchritz und in Charleston in den USA abschreiben, wie Wacker Chemie mitteilte. Unter dem Strich erwartet Wacker Chemie damit in diesem Jahr einen Nettoverlust von rund 650 Millionen Euro.

Termine
08:00 DE Erzeugung im produzierenden Gewerbe Oktober m/m, erw. 0,20
08:45 FR Handelsbilanzsaldo Oktober in Mrd. EUR
09:30 GB Halifax Hauspreisindex November m/m
10:00 IT Einzelhandelsumsätze Oktober m/m
14:30 US Neugesachaffene Stellen ex-Agrar November in Tsd., erw. 190,00
14:30 US Arbeitslosenquote November
14:30 US Durchschnittliche Stundenlöhne November m/m
16:00 US Lagerbestände Großhandel Oktober (endgültig) m/m
16:00 US Konsumklima Uni Michigan Dezember (vorläufig) , erw. 97,00
21:00 US Verbraucherkredite Oktober m/m in Mrd. US$
Quartalszahlen und andere Ereignisse
Qurtalszahlen Europa: Carl Zeiss Meditec
Quartalszahlen USA u.a.: Big Lots, Hooker Furniture, Genesco, Johnson Outdoors

Bitte beachten Sie unsere Rechtlichen Hinweise für Marktberichte.

MiFID II/MiFIR

Seit dem 3. Januar 2018 muss zur Meldung von Geschäften ein Legal Entity Identifier (LEI) übermittelt werden. Hier zur Information der „LEI“ von Hauck & Aufhäuser: 529900OOZP78CYPYF471

Weitere Informationen finden Sie unter: www.gleif.org

Portrait Volker Kölsch Leiter Fondshandel
Volker Kölsch
Leiter Fondshandel
+49 (0)69 2161-1303
+49 (0)69 2161-1303
volker.koelsch@hauck-aufhaeuser.com
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