Dienstag, 28. Januar 2020, 09:00 Uhr

Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
Ihr Aktienhandel von Hauck & Aufhäuser.

Eröffnungen
DAX-Eröffnung 13.274,01
EuroStoxx50-Eröffnung 3.684,69
Financial Markets
DAX 13.204,77 (-2,74%)
MDAX 28.133,89 (-2,32%)
TecDAX 3.133,87 (-2,86%)
EuroStoxx50 3.736,85 (-0,87%)
Dow Jones 28.535,80 (-1,57%)
Nasdaq 100 8.952,18 (-2,07%)
Nikkei 23.215,71 (-0,55%)
EUR/USD 1,1018  
Gold in $ 1.577,22  
Oil (Brent) in $ 59,22  
DAX Tops:
RWE 31,60 (-1,00%)
Deutsche Bank 7,747 (-1,05%)
Vonovia 50,60 (-1,21%)
DAX Flops:
Wirecard 133,25 (-5,23%)
Deutsche Lufthansa 13,80 (-4,33%)
Adidas 300,00 (-4,15%)

Märkte

Deutschland – Scharfe Korrektur wegen Virus und Ifo

Aus Sorge vor der rasanten Verbreitung des Coronavirus sind die Anleger am Montag aus dem deutschen Aktienmarkt geflüchtet. Überraschend schwache Konjunkturdaten beschleunigten die Talfahrt. Der DAX rutschte zeitweise unter 13. 200 Punkte auf den tiefsten Stand seit fast drei Wochen.
Aus dem Handel ging er mit minus 2,74 Prozent auf 13.204,77 Zähler. Damit entfernte er sich wieder von seiner Rekordmarke bei 13.640 Punkten aus der vergangenen Woche. Seit Jahresanfang steht der Leitindex nun mit 0,3 Prozent im Minus. Der MDAX der mittelgroßen Werte fiel zu Wochenbeginn um 2,32 Prozent auf 28.133,89 Punkte.
In China ist die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit und die bestätigten Infektionen weiter gestiegen. Dies hatte am Morgen in Asien bereits auf den Kursen gelastet, wenngleich in China der Handel wegen des Neujahrsfestes noch einige Tage pausiert.
Investoren fürchteten sich vor einer weltweiten Ausbreitung des Virus mit negativen Effekten für das Wirtschaftswachstum, kommentierte ein Analyst. Nach einem starken Jahresauftakt erlebe die Börse damit ihre erste ausgewachsene Korrektur im Jahr 2020.
Schuld daran war am Montag nicht nur das neue Virus, sondern auch ein überraschend schlecht ausgefallener Ifo-Geschäftsklimaindex. "Er holt uns auf den Boden der Tatsachen zurück", schrieb Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Der Rückgang im Januar zeige die Skepsis in den deutschen Chefetagen. Neben dem Strukturwandel in der Autoindustrie und den Verhandlungen mit Großbritannien über den Brexit verwies der Experte auf den Coronavirus als temporären Belastungsfaktor. Die konjunkturelle Talsohle sei noch nicht durchschritten.
Die Aktien der Lufthansa litten am Montag gemeinsam mit anderen Werten aus der Reise- und Freizeitbranche unter der Furcht vor dem Coronavirus. Für die Papiere der Fluggesellschaft ging es um 4,33 Prozent bergab. Schwächer im DAX waren nur noch Wirecard mit minus 5,23 Prozent. Sie zollten ihrer jüngsten Rally Tribut. Händler verwiesen am Montag darauf, dass mit dem Heidelberger Zahlungsdienstleister Heidelpay ein Konkurrent sein Wachstum mit Übernahmen vorantreiben wolle und künftig an die Börse streben könnte.
Auch bei allen anderen DAX-Werten gab es Minus-Vorzeichen. Die als wenig konjunkturabhängig geltenden Papiere des Versorgers RWE schlugen sich dabei mit einem Abschlag von 1 Prozent noch am besten.
Die Aktien der europäischen Chipbranche gerieten im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus in Asien ebenfalls unter Druck. Neben dem Dax-Wert Infineon mit einem Abschlag von 3,5 Prozent büßten Dialog Semiconductor im MDAX fast 4 Prozent ein und die Anteilscheine des Waferherstellers Siltronic sackten um mehr als 5 Prozent ab. Die Halbleiterbranche gilt wegen des Stellenwerts von Asien im Rahmen der Wertschöpfungsketten als besonders sensibel.
Hinten im MDAX waren mit minus 5,47 Prozent die Anteile des Batterieherstellers Varta, die bereits seit Tagen unter der Furcht vor steigendem Wettbewerb leiden. Die Papiere des Spezialverpackungsherstellers Gerresheimer waren der einzige Gewinner mit plus 0,21 Prozent.

USA – Pandemiefurcht bringt Wall Street unter Druck

Die Wall Street hat am Montag den höchsten Tagesverlust seit Anfang Oktober verbucht. Trotz drastischer Maßnahmen in China mit der Quarantäne von über 45 Millionen Menschen breitete sich das neue Coronavirus weiter aus und befeuerte damit die Angst vor einer unkontrollierbaren Pandemie. Die Zahl der Todesfälle, aber auch die der Infizierten war sprunghaft gestiegen. Auch in den USA wurden bereits mindestens 110 Verdachtsfälle gemeldet. Die Furcht vor einer Pandemie ging einher mit der Sorge vor einem globalen Konjunktureinbruch.
"Abseits der menschlichen Tragödie und in kalter Marktlogik könnte das Coronavirus das Zeug dazu haben, etwas Hitze aus dem Markt zu nehmen. Dieser ist in den vergangenen Monaten einfach sehr schnell geklettert", sagte Analyst Jasper Lawler von London Capital Group. Auch andere Marktbeobachter sprachen von einem willkommenen Anlass, Gewinne einzustreichen. Der Dow-Jones-Index verlor 1,6 Prozent auf 28.536 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite gaben 1,6 bzw. 1,9 Prozent ab.
Die Neubauverkäufe spielten als einzige Konjunkturdaten des Tages angesichts der globalen Themen keine Rolle, sie fielen im Dezember schwächer als vorausgesagt aus.
Verkauft wurden einmal mehr Aktien, die besonders von den Auswirkungen des Virus betroffen sind. Die Titel der Fluggesellschaften American Airlines, United Airlines und Delta Air Lines gaben bis zu knapp 5,6 Prozent ab. Im Tourismussektor erwischte es die Titel der Royal Caribbean Cruises mit einem Abschlag von 7,6 Prozent. Titel des Hotel- und Kasinobetreiber Las Vegas Sands büßten 6,8 Prozent ein.
Exxon Mobil schlossen mit dem starken Preisverfall bei Erdöl mit minus 2,4 Prozent auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2010. Es gab auch Aktien, die von den Virus-Schlagzeilen angetrieben wurden: So schnellten Alpha Pro Tech um über 28 Prozent nach oben. Der Hersteller von Schutzmasken dürfte ein Profiteur der Epidemie sein, so die Marktspekulation. Die Papiere der Impfstoffhersteller und Diagnostikspezialisten haussierten derweil: Co-Diagnostics um 82,4 Prozent, NanoViricides um 87 Prozent, Allied Healthcare Products um 50 Prozent und Inovio Pharmaceuticals um 25,5 Prozent. AbbVie kletterten um 0,6 Prozent. Der Pharmakonzern verkündete Verkäufe bei Allergan, die der Konzern gerade übernimmt. Allergan zeigten sich 0,4 Prozent fester.
Sprint wies im dritten Quartal einen geringer als vom Markt erwartet ausgefallenen Verlust aus. Der Umsatz des Telekommunikationsunternehmens lag allerdings unterhalb der Marktschätzung. Zudem erhöhte sich die Abwanderungsrate bei den Mobilfunkkunden. Die Aktie fiel um 4,1 Prozent. Der Genehmigungsprozess der Fusion mit T-Mobile US stand hier weiter im Fokus. Die beiden Mobilfunkkonzerne warten auf die Entscheidung eines Bundesrichters sowie die einer Behörde in Kalifornien.
Für Boeing gab es mit dem Premierenflug der neuen 777X eine positive Nachricht. Die ersten Flugzeuge sollten eigentlich schon Mitte 2020 ausgeliefert werden, doch Boeing musste den Termin aufgrund von Problemen mit dem Triebwerk und anderer technischer Pannen auf Anfang 2021 verschieben. Zudem blieb weiterhin unklar, wann die Maschinen vom Typ 737 Max wieder abheben dürfen. Die Aktie verlor 2 Prozent.

Asien – Talfahrt geht weiter - hohe Nachholverluste in Seoul

Die Angst vor negativen Auswirkungen auf die Konjunktur
bei einer schnellen und schwer kontrollierbaren Ausbreitung des in China ausgebrochenen Coronavirus bestimmt auch am Dienstag das Geschehen an den Börsen in Ostasien. Anleger trennen sich sicherheitshalber von Aktien, wobei die Verluste an jenen Aktienmärkten besonders hoch sind, an denen am Montag feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde. Allen voran stürzt der Kospi in Seoul um 3 Prozent ab. In Sydney endete der Handelstag mit einem Minus von 1,3 Prozent.
Während in Hongkong und Schanghai der Handel wegen der Neujahrsfeiertage weiter ruht - in Schanghai noch die ganze Woche, in Hongkong soll das Geschäft am Mittwoch wieder starten - geht es in Tokio um weitere 0,6 Prozent nach unten auf 23.216 Punkte.
Weiter stehen zunächst Aktien von Unternehmen besonders unter Verkaufsdruck, die von einem eingeschränkten Reiseverkehr und Tourismus betroffen sind. In Seoul verliert der Kurs des Tourbetreibers Hanatour Service rund 9 Prozent, für das Papier von Korean Air geht es um rund 7 Prozent abwärts. Das Indexschwergewicht Samsung Electronics sackt um gut 3 Prozent ab.
In Tokio wurden Oriental Land zunächst weiter verkauft, mittlerweile hat sich die Aktie des Disneypark-Betreibers aber erholt und tendiert unverändert. Zaghafte Anzeichen für eine Stabilisierung gab es bei den japanischen Fluglinienaktien. All Nippon Airways lagen unverändert im Markt, Japan Airlines gaben um 0,9 Prozent nach.
In Sydney fielen Qantas mit Nachholbedarf nach der Feiertagspause allerdings um 5,5 Prozent zurück. Besonders hart traf es in Sydney Aktien aus dem Energiesektor, nachdem die Ölpreise an den vergangenen Tagen rasante Verluste verzeichnet hatten, ebenfalls aus Sorge vor negativen Rückwirkungen der Coronavirus-Epidemie auf die Konjunktur. Der Subindex der Energiewerte verlor 2,9 Prozent.

Ausblick für heute

DAX
Mit einem steigenden DAX rechnen Händler am Dienstag. Die vier von Dow Jones Newswires befragten Marktteilnehmer erwarten im Schnitt einen DAX-Stand von 13.275 Punkten zum Xetra-Start. Das entspricht einem Anstieg des DAX zum vorherigen Handelstag von 0,6 Prozent. Dabei erwarten drei Händler steigende und einer fallende Kurse.

China / Virus
Nach Angaben der chinesischen Gesundheitskommission hat das lungenentzündungsauslösende Virus in China 106 Menschen das Leben gekostet, die Gesamtzahl der in der Volksrepublik bestätigten Erkrankten stieg von 2.835 am Vortag auf 4.515.

Coronavirus / Deutschland
In Deutschland ist der erste Fall des Coronavirus bestätigt worden. Das bayerische Gesundheitsamt teilte am späten Montagabend mit, dass ein Mann in der Stadt Starnberg, rund 30 Kilometer südwestlich von München, an dem Virus erkrankt sei. Der Patient befinde sich in einem "guten Zustand" und sei isoliert und unter ärztlicher Beobachtung, teilte das Amt in einer auf seiner Website veröffentlichten Erklärung mit. Über das Alter oder die Nationalität des Patienten wurden keine Angaben gemacht.

Nahost
Der seit langem in Aussicht gestellte US-Friedensplan für den Nahen Osten wird nach den Worten von US-Präsident Donald Trump am Dienstag vorgestellt. Die Veröffentlichung sei für zwölf Uhr Mittag (US-Ortszeit/18.00 Uhr MEZ) geplant, sagte Trump bei der Begrüßung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Weißen Haus.

Virus
Die Bundeswehr soll einem Medienbericht zufolge Deutsche aus der vom Coronavirus besonders betroffenen Region in China ausfliegen. Die Luftwaffe solle am Mittwoch oder Donnerstag in Richtung Wuhan fliegen, um rund 90 Deutsche außer Landes zu bringen, berichtete der "Spiegel". Der Krisenstab im Auswärtigen Amt habe die Rückholaktion am Montagmorgen formal beschlossen. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, der Krisenstab habe entschieden, dass die Bundesregierung zu einer Rückholung nicht erkrankter deutscher Staatsangehöriger aus Wuhan grundsätzlich bereit sei. Bis zu einer endgültigen Entscheidung seien aber noch operative Fragen zu klären, auch mit der chinesischen Seite.

Unternehmen

Lenzing
Dem Faserhersteller machen eine Abschreibung auf Geschäfte in den USA und niedrigere Preise für Standardviskose zu schaffen. Der operative Gewinn (Ebitda) sank nach vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2019 um 14,4 Prozent auf 327 Millionen Euro. Die Erlöse gingen im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent auf 2,11 Milliarden Euro zurück.

Renault
Der frühere Seat-Chef Luca de Meo wird einem Medienbericht zufolge neuer Renault-Vorstandschef. Wie die französische Zeitung "Le Figaro" berichtet, soll die Ernennung am Dienstag erfolgen. De Meo, der Anfang des Monats von seinem Chefposten bei Seat zurückgetreten ist, werde seinen Posten bei Renault allerdings erst im Juli antreten, fügte eine mit Angelegenheit vertraute Person hinzu. 

SAP
SAP hat beianhaltend starkem Wachstum des Cloud-Geschäfts das Betriebsergebnis im vergangenen Jahr wie erwartet gesteigert. Der um Sonder- und Währungseffekte bereinigte operative Gewinn kletterte 2019 um elf Prozent auf 8,2 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern  mitteilte. Bei einem Umsatzanstieg um neun Prozent auf 27,6 Milliarden Euro verbesserte sich die operative Rendite damit um 0,6 Prozentpunkte auf 29,6 Prozent. Der Marktführer für Firmensoftware schnitt damit so ab wie versprochen und wie von Analysten erwartet.

TLG Immobilien
Die Berliner Gewerbeimmobilien-Firma hat den Wert ihres Immobilienportfolios gesteigert. Die vorläufige Bewertung des bestehenden Portfolios zum 31. Dezember führe zu einem positiven Bewertungsergebnis von rund 244 Millionen Euro, teilt TLG mit. Der Wert des Immobilienportfolios steige unter Berücksichtigung von Verkäufen im zweiten Halbjahr 2019 von rund 4,6 Milliarden Euro zum 30. Juni 2019 auf rund 4,7 Milliarden Euro.

Termine
Börsenfeiertag Hongkong und China    
     
09:00 SP Arbeitslosenquote Q4/19
12:00 IR Einzelhandelsumsatz 12/19
14:00 HUN Zentralbank, Zinsentscheid
14:30 US Auftragseingang langlebige Güter 12/19 (vorläufig)
15:00 US Case Shiller Hauspreisindex Oktober y/y
16:00 US Verbrauchervertrauen 01/20
16:00 US Richmond Fed Manufacturing Index Januar
Quartalszahlen und andere Ereignisse
Quartalszahlen Europa: Autoliv, Cancom, Kone, LVMH, Philipps, SAP, Sartorius, SGS, Zooplus
Quartalszahlen USA u.a.: Alibaba, AMD, Apple, Ebay, Harley Davidson, Invesco, McDonalds, Microsoft, Pfizer, Stryker, Starbucks, Tesla, United Technologies, Visa, Xerox, Xilinx

Bitte beachten Sie unsere Rechtlichen Hinweise für Marktberichte.

MiFID II/MiFIR

Seit dem 3. Januar 2018 muss zur Meldung von Geschäften ein Legal Entity Identifier (LEI) übermittelt werden. Hier zur Information der „LEI“ von Hauck & Aufhäuser: 529900OOZP78CYPYF471

Weitere Informationen finden Sie unter: www.gleif.org

Portrait Volker Kölsch Leiter Fondshandel
Volker Kölsch
Leiter Fondshandel
+49 (0)69 2161-1303
+49 (0)69 2161-1303
volker.koelsch@hauck-aufhaeuser.com
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