Ein weiterer Ausweg aus der Rendite-Eiszeit wird im englischsprachigen Raum als „TINA“ beschrieben: there is no alternative – gemeint sind Aktien.

Portrait Burkhard Allgeier Chief Investment Officer
Burkhard Allgeier
Chief Investment Officer und Head of Strategy & Research
30.09.2019

Sind Aktien wirklich alternativlos? Auf den ersten Blick bestechen viele Aktienmärkte und Einzelaktien durch hohe Dividendenrenditen – zum Teil sind sie ein Vielfaches der ultra-niedrigen Bondrenditen. Die klassischen Bewertungskennziffern Kurs-Gewinn-Verhältnis und Preis-Buch-Verhältnis sind in manchen Bereichen auffällig günstig – in manchen Sektoren auch zu Recht; in Deutschland wären dies beispielsweise der Banken- und Automobilsektor.

Gewinnstagnation MSCI World

Source: H&A, Thomson Reuters Datastream

Günstige Bewertungen sind jedoch in der Frühphase eines Konjunktur- und Gewinnzyklus ein besseres Kaufkriterium als in einer Spätphase wie heute. In solchen Phasen ist das Gewinnwachstum das entscheidendere Kriterium. Der europäische Aktienmarkt steckt insgesamt bereits in einer Gewinnrezession, der amerikanische schrammt haarscharf daran vorbei. Ihm helfen unter anderem die großzügigen Aktienrückkaufprogramme, der ausgewiesene Gewinn pro Aktie lässt sich so ceteris paribus steigern.

Prognose Earnings Growth bis 2020

Source: H&A, Thomson Reuters Datastream

Global betrachtet ist man in eine Phase der Gewinnstagnation eingetreten. Eine Besserung könnte zum Jahreswechsel eintreten, aber auch nur, wenn es zu einer konjunkturellen Besserung kommt. Einen Blick lohnen inzwischen auch die Emerging Markets. Gelingt die Konjunktur- und Gewinnwende, sollten sie davon besonders profitieren.

Artikel teilen