Aktienmarkt-Bericht

Donnerstag, 18. Juli 2019, 09:00 Uhr
Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
Ihr Aktienhandel von Hauck & Aufhäuser.

Eröffnungen
DAX-Eröffnung 12.429,87
EuroStoxx50-Eröffnung 3.497,40
Financial Markets
DAX 12.341,03 (-0,72%)
MDAX 25.929,51 (-0,50%)
TecDAX 2.876,64 (-0,61%)
EuroStoxx50 3.501,69 (-0,56%)
Dow Jones 27.219,85 (-0,42%)
Nasdaq 100 7.888,76 (-0,48%)
Nikkei 21.001,79 (-2,18%)
EUR/USD 1,1237  
Gold in $ 1.420,63  
Oil (Brent) in $ 63,45  
DAX Tops:
Vonovia 43,83 (+0,83%)
RWE 23,59 (+0,64%)
Beiersdorf 107,15 (+0,56%)
DAX Flops:
Fresenius Medical 68,12 (-3,51%)
Wirecard 142,25 (-3,20%)
Fresenius SE 45,63 (-2,45%)

Märkte

Deutschland – DAX wieder mit Verlusten
 

Die vorsichtige Erholung am deutschen Aktienmarkt hat nicht lange angehalten: Am Mittwoch schaffte es der Dax nur zeitweise in positives Terrain, fiel dann aber zurück und verlor am Ende 0,72%auf 12 341,03 Punkte. Die moderaten Gewinne des deutschen Leitindex seit Wochenbeginn sind damit fast komplett dahin. Der MDax  schloss am Mittwoch 0,50% im Minus bei 25 929,51 Punkten. An anderen Handelsplätzen sah es nicht besser aus: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging zur Wochenmitte 0,56% tiefer bei 3501,58 Zählern aus dem Handel. Die nationalen Indizes in Paris und London gaben ebenfalls nach. "Ein Ausbruch über 12 500 Punkte ist - das muss man für den Moment festhalten - dem Deutschen Aktienindex nicht gelungen", kommentierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Vielmehr komme das Börsenbarometer "seiner Unterstützung bei 12318 Punkten wieder gefährlich nahe". Laut Börsenexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank "will für den Dax derzeit einfach keine Kaufstimmung aufkommen". Damit werde ein nachhaltiger Sprung über 12 400 Punkte "immer unsicherer". Der charttechnische Widerstand in diesem Bereich hatte sich bereits jüngst immer wieder als eine zu hohe Hürde erwiesen. Durchwachsene Unternehmensberichte und die Zurückhaltung vor wichtigen geldpolitischen Entscheidungen gaben keine Richtung vor. Zudem fehlten positive Impulse von der Wall Street als Kurstreiber, so Lipkow weiter. Bei den Einzelwerten standen enttäuschenden Gewinnen beim schwedischen Telekomausrüster Ericsson überraschend gute Quartalszahlen vom niederländischen Chipausrüster ASML und von Dialog Semiconductor gegenüber. Der im MDax notierte Chiphersteller hatte im zweiten Quartal Umsatz und Ergebnis gesteigert und die eigenen Prognosen leicht übertroffen. "Wenn man berücksichtigt, dass das Unternehmen noch immer Apple mit Halbleitern beliefert, ist das eine gute Indikation für die Smartphone-Produktion", schrieb RBC-Analyst Mitch Steves . Auch die Anleger zeigten sich zumindest zeitweise erfreut: Dialog-Papiere kletterten zunächst auf ein Zwischenhoch bei 38,65 Euro. Zum Börsenschluss verloren sie allerdings 0,11% und zollten damit ihrer jüngsten Stärke Tribut. Gleichzeitig häufen sich weiter die Gewinnwarnungen. So hatte der Chemikalienhändler Brenntag nach einer spürbaren Abschwächung der Nachfrage seine Prognose für das operative Jahresergebnis gekappt. Analysten verwiesen allerdings auf überraschend starke Zahlen zum zweiten Quartal und rieten, eine Kursschwäche zum Einstieg zu nutzen. Die Gewinnwarnung habe nicht sonderlich überrascht, hieß es. Brenntag dämmten ihr Minus am Ende auf 0,78% ein.Im Dax machte Börsenexperte Lipkow eine "klassische Rotation" der Anlegerlieblinge aus. "Es gibt zwar einige Branchen, die durch positive Impulse wach geküsst werden, aber die Kaufbereitschaft strahlt weiter nicht vollends ab." Stattdessen erschienen selektive Käufe durch Verkäufe anderer Unternehmen finanziert.So rutschten die zuletzt gestiegenen Aktien von Fresenius , FMC und Wirecard mit Abschlägen zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Prozent an das Dax-Ende. Druck auf den Dialysespezialisten FMC und dessen Mutter Fresenius kam auch von den Plänen des US-Pharmahändlers CVS Health für eine klinische Studie mit Heim- und Hämodialysegeräten. Papiere des Versorgers RWE gehörten dagegen mit über einem halben Prozent Plus zu den Favoriten der Anleger.Stahlaktien litten unter Analystenkommentaren. Eine negative Branchenstudie des Analysehauses Jefferies, welches durchgängig seine Gewinnschätzungen und Kursziele senkte, drückte die Titel des Stahlhändlers Klöckner & Co sogar auf ein Rekordtief - am Ende verloren sie als einer der schwächsten Titel im Nebenwerte-Index SDax mehr als 4%. Bei den Salzgitter-Papieren belastete zusätzlich eine gestrichene Kaufempfehlung der Deutschen Bank: Sie büßten knapp 4% ein und waren damit so günstig zu haben wie zuletzt im Frühjahr 2016. Dagegen gewannen Fielmann dank Übernahmespekulationen in der Branche im MDax fast anderthalb Prozent. Der Brillenkonzern EssilorLuxottica erwägt laut Kreisen die Übernahme des niederländischen Optik-Einzelhändlers Grandvision. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet hatte, befinden sich die Überlegungen aber in einem frühen Stadium.
 

USA – Lustloser Handel
 

An der Wall Street gerät die Rekordrally ins Stocken. Nachdem der Dow Jones Industrial bereits am Dienstag nur mit Mühe erneut einen Höchststand erreicht hatte, sank er am Mittwoch im frühen Handel um 0,11% auf 27 304,38 Punkte. Der breit gefasste S&P 500 verlor 0,24% auf 2996,73 Zähler und fiel damit wieder unter die psychologische Marke von 3000. Der technologielastige Nasdaq 100 büßte 0,05% auf 7923,16 Punkte ein.Für einen leichten Dämpfer sorgten aktuelle Konjunkturdaten. So hatte sich der US-Häusermarkt im Juni schlechter als erwartet entwickelt. Die Baubeginne und Baugenehmigungen waren gesunken, letztere deutlich stärker als prognostiziert.Laut dem Marktanalysten Craig Erlam vom Handelshaus Oanda sind die Erwartungen der Anleger an die gerade angelaufene Berichtssaison der US-Unternehmen immer noch recht niedrig. Die Gewinne dürften wohl insgesamt zurückgehen. Dem Experten zufolge könnte dies aber die US-Notenbank Fed veranlassen, die Geldpolitik etwas stärker zu lockern, was wiederum den Börsen Rückenwind verleihen würde. Im weiteren Handelsverlauf könnte der Konjunkturbericht der Fed weiteren Aufschluss darüber liefern, wie stark die Leitzinsen in Zukunft sinken dürften. Auf Unternehmensebene präsentierte mit der Bank of America ein weiteres Finanzhaus frische Quartalszahlen. Die Bank hatte vom starken Kreditwachstum angesichts der boomenden US-Wirtschaft profitiert. Die Einnahmen blieben aber insgesamt leicht unter den Erwartungen der Finanzanalysten. Die Aktien gewannen 0,6%. Nahezu unverändert tendierten die Papiere von United Airlines . Dank einer kräftigen Nachfrage im Heimatland hatte die Fluggesellschaft höhere Kosten durch den erzwungenen Ausfall der Boeing-Maschinen des Typs 737 Max mehr als kompensiert. Der Gewinn zog zudem stärker an als erwartet.Auch der Pharmakonzern Abbott Laboratories überraschte beim Ertrag positiv. Zudem blickt das Unternehmen nun zuversichtlicher in die Zukunft. Die Papiere stiegen um rund 4%. Die Anteilscheine von Ebay fielen um 0,7%, nachdem sie im frühen Handel noch um knapp 3% gestiegen waren. Laut dem TV-Sender "CNBC" steht das Verkaufsportal vor einer Veräußerung des Ticket-Vermarkters StubHub. Wie "CNBC" unter Berufung auf Kreise meldete, gibt es viele Interessenten für das Unternehmen. An diesem Mittwoch wird Ebay nach Börsenschluss über seine Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Quartal informieren. Die Aktie von CSX Corp. stürzte um 10% ab, nachdem eine abgeschwächte Umsatzprognose die Angst vor einem anhaltenden Frachteinbruch schürte.  Nachbörslich rutschten die Aktien von Netflix bis zu 13% ab, da der Streaming-Anbieter weniger neue Nutzer als erwartet gewann und am Heimatmarkt sogar Abonnenten verlor. Auch IBM standen nach fallenden Umsätzen im Q2 unter Abgabedruck.

 

Asien - Schwach
 

Die Asienbörsen haben am Donnerstag unter Abgabedruck gestanden. Der MSCI AC Asia Pacific Index notierte um 07:16 Uhr (MESZ) 0,7% im Minus bei 159,21 Zählern. Die Aktien an Asiens Märkten nähern sich im Vergleich zu ihren US-Pendants dem günstigsten Niveau seit 17 Jahren an, nachdem sie im bisherigen Jahresverlauf der hinter der Rally an der Wall Street zurückblieben. In Tokio rutschte der Topix 2,1% ab und der Nikkei 225 gab 2,16% nach. Die japanischen Exporte gingen im Juni unerwartet deutlich und den siebten Monat in Folge zurück. Hintergrund ist die Abkühlung des globalen Wachstums und die Unsicherheit über Handelskonflikte. Auch der stärkere Yen belastete. In Mumbai rutschten Yes Bank um 20% ab, nachdem der Q1-Gewinn wegen höherer Rückstellungen eingebrochen war.

Ausblick für heute

DAX

Der DAX wird heute voraussichtlich schwächer in den Handel starten. L&S taxiert den Leitindex derzeit auf 12.228 Punkte. Das abrupte Ende der Kursrally an den US-Börsen dürfte auch an den deutschen Aktienmärkten für Katerstimmung sorgen. Impulse liefern die neuesten Quartalszahlen, vor allem die Zahlen von SAP dürften heute im Fokus stehen.

Klima/CO2

Kanzleramtschef Helge Braun will Deutschland zum Vorreiter des Klimaschutzes in der EU machen. "Deutschland wird Vorbild sein", kündigte der CDU-Politiker vor der Sitzung des Klimakabinetts im Interview der Nachrichtenagentur Reuters an. Braun sagte, dass er fest mit einer CO2-Bepreisung rechne, um die deutschen Klimaschutzziele bis 2030 zu erreichen. Die Entscheidung sei zwar noch nicht gefallen. "Aber ich rechne fest damit, dass wir ein Modell der CO2-Bepreisung am Ende im Gesamtkorb 'Einhaltung der Klimaziele' haben werden." Zudem setzte er sich für ehrgeizigere Klimaschutzziele der EU ein. Am Abend soll in Berlin das sogenannte Klimakabinett zusammentreten. Dabei wird es nach Angaben von Braun zunächst darum gehen, die verschiedenen vorgelegten Gutachten zu diskutieren, die sowohl Vorschläge über Wege der CO2-Bepreisung als auch soziale Ausgleichsmaßnahmen enthalten.

Unternehmen

Allianz

Die ALLIANZ wird in den Ausbau des Glasfasernetzes für schnelles Internet in Niederösterreich investieren. Allianz Capital Partners habe von der Niederösterreichische Breitband-Holding den Zuschlag für den gemeinsamen Ausbau des Breitbandnetzes in ländlichen Regionen Niederösterreichs erhalten, teilte der Versicherer mit. Ziel sei es, ungefähr 100.000 Haushalte zwischen 2020 und 2022 mit Glasfaserkabel zu versorgen. Das Investitionsvolumen belaufe sich auf rund 300 Millionen Euro.

BMW

BMW bekommt einen neuen Chef. Der Aufsichtsrat des Autobauers kommt heute im US-Werk in Spartanburg zusammen, um über einen Nachfolger für den bisherigen Amtsinhaber Harald Krüger zu entscheiden. Als Favorit gilt Produktionsvorstand Oliver Zipse. Ihm trauen Insider zu, den Oberklassehersteller aus München fit für den Wandel der Mobilität zu machen. Der 55-Jährige gilt als besonders durchsetzungsfähig. Als weitere Kandidaten für den Vorstandsvorsitz sind Entwicklungschef Klaus Fröhlich und Finanzvorstand Nicolas Peter im Rennen.  

Deutsche Lufthansa

Die mit Streik drohende Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO hat dem "Handelsblatt" zufolge keinen ordnungsgemäßen Vorstand. Das Amtsgericht Darmstadt habe die Berufung von zwei der drei Vorstände für unwirksam erklärt, berichtet die Zeitung unter Berufung auf ein Schreiben des Gerichts. Der für die Ernennung zuständige Beirat sei nicht ordnungsgemäß einberufen worden. Damit dürfte dem Bericht zufolge auch der Streikaufruf von UFO an die Kabinenmitarbeiter von Lufthansa und Eurowings unwirksam sein. 

Heidelberger Druck

Der Druckmaschinenbauer Heidelberger muss schon nach den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres Abstriche an der Gewinnprognose machen. Unter dem Strich werde 2019/20 (per Ende März) nur noch eine schwarze Null stehen, räumte der Konzern ein. Noch im Juni hatte er ein Ergebnis auf dem Vorjahresniveau von 21 Millionen Euro in Aussicht gestellt, doch schon nach dem ersten Quartal stehen 31 (Vorjahr: minus 15) Millionen Euro Verlust zu Buche. 

SAP

Abfindungen für Tausende ausscheidende Mitarbeiter und Übernahmekosten haben den Gewinn des Softwarekonzerns im zweiten Quartal gedrückt. Das Betriebsergebnis sank von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut ein Fünftel auf 827 Millionen Euro. Auch die Auszahlung von Aktienboni an Beschäftigte des zuletzt gekauften milliardenteuren Unternehmens Qualtrics nagten am Ergebnis. Bereinigt um solche Sonderfaktoren verbesserte sich der operative Gewinn hingegen um elf Prozent auf 1,82 Milliarden Euro und lag damit etwas unter der Erwartung von Analysten. Ebenso stark legte der bereinigte Umsatz auf 6,6 Milliarden Euro zu - hierbei blieb das Geschäft mit Cloud-Software aus dem Internet mit einem Plus von 40 Prozent der Wachstumstreiber. 

Vossloh

VOSSLOH hat für sein zum Verkauf stehendes Lokomotiven-Werk in Kiel mehrere Interessenten. "Wir stehen kurz vor dem Abschuss des Verkaufs", sagte Vorstandschef Andreas Busemann der "FAZ". Bis zum Jahresende solle das Geschäft über die Bühne gehen.

Wirecard

Die Zusammenarbeit des Zahlungsdienstleisters mit dem japanischen Technologie-Investor SOFTBANK trägt erste Früchte. Wirecard entwickelt für den Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 ("wirkaufendeinauto.de") Finanzierungsangebote für Händler und Verbraucher, wie Wirecard am Donnerstag bekanntgab. Softbank hatte vor eineinhalb Jahren 460 Millionen Euro in Auto1 gesteckt.

Termine
08:00 CH Handelsbilanzsaldo Juni in Mrd CHF
10:30 GB Einzelhandelsumsatz Juni m/m
14:30 US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche in Tsd. erw. 216,00 Tsd 14:30 US/ Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche in Mio
14:30 US Philadelphia-Fed-Index Juli
15:30 US Fed-Präsident von Atlanta, Raphael Bostic, hält eine Rede
16:00 US Index der Frühindikatoren Juni m/m
16:30 US DoE Erdgas-Lagerhaltung in BCF
20:15 US Fed-Präsident von New York, John Williams, hält eine Rede
Quartalszahlen und andere Ereignisse
Quartalszahlen USA u.a.: Blackstone Group, Capital One Financial , Danaher Corp., Honeywell International, Intuitive Surgical Inc., Microsoft Corp, Morgan Stanley, Nucor Corp., Philip Morris International, Sonoco Products, Union Pacific Corp, UnitedHealth GroupWatsco, Webster Financial, Western Alliance Bancorp.
Quartalszahlen Europa u.a.: InVision, SAP, Villeroy&Boch, zooplus

Bitte beachten Sie unsere Rechtlichen Hinweise für Marktberichte.

MiFID II/MiFIR

Seit dem 3. Januar 2018 muss zur Meldung von Geschäften ein Legal Entity Identifier (LEI) übermittelt werden. Hier zur Information der „LEI“ von Hauck & Aufhäuser: 529900OOZP78CYPYF471

Weitere Informationen finden Sie unter: www.gleif.org

Volker Kölsch
Leiter Fondshandel
+49 (0)69 2161-1303
volker.koelsch@hauck-aufhaeuser.com
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